Neun Tote nach Bluttat an türkischer Schule: Schütze (14) klaute Waffen von Vater
Kahramanmaraş (Türkei) - Panik und Todesangst suchen eine Mittelschule in der Türkei heim. Ein Schütze hat das Feuer eröffnet und viele Menschen getroffen. Die Zahl der Todesopfer sei auf neun gestiegen, zudem seien 13 Menschen verletzt worden, teilte am Mittwoch das Innenministerium mit.
Laut einem Bericht des türkischen Nachrichtenportals "Hürriyet" fielen die Schüsse an der Ayşe-Çalık-Mittelschule in Kahramanmaraş, im Süden des Landes.
Wie Mükerrem Ünlüer (62), der Gouverneur von Kahramanmaraş, in einem Interview mit dem Portal erklärte, war es ersten Ermittlungen zufolge ein Achtklässler, der zunächst vor, dann im Schulgebäude das Feuer eröffnete.
Die Tatwaffen soll er demzufolge seinem Vater geklaut haben. Dieser wiederum ist als Polizist tätig. Gegenüber des Nachrichtensenders "CNN Türk" erklärte der Gouverneur, dass der Amokläufer mit fünf Pistolen und sieben Magazinen zwei Klassenzimmer angegriffen hat.
Nach seinem Amoklauf richtete sich der Schütze selbst.
Laut Informationen, die der Zeitung "Kalem" vorliegen, betrat der 14-jährige Tatverdächtige gegen 13.45 Uhr das Schulgebäude, nachdem er mehrfach vor der Bildungseinrichtung in die Luft geschossen hatte. Eine fünfte Klasse, in der sich neben einem Lehrer ausschließlich Kinder im Alter von 10 bis 11 Jahren befanden, war sein erstes Ziel.
Der türkische Bildungsminister Yusuf Tekin (55), Innenminister Mustafa Çiftçi (56) und Gesundheitsminister Prof. Dr. Kemal Memişoğlu (60) befinden sich derzeit auf dem Weg nach Kahramanmaraş.
Zweiter Amoklauf an Schule in zwei Tagen
Der Amoklauf in Kahramanmaraş ist der bereits der zweite an einer türkischen Schule innerhalb der letzten 48 Stunden.
Erst am gestrigen Dienstag verletzte ein ehemaliger Schüler eines Gymnasiums in Sanliurfa ganze 16 Personen, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete und abdrückte.
Erstmeldung am 15. April um 14.09 Uhr, aktualisiert am 15. April um 17.02 Uhr
Titelfoto: HANDOUT / DHA (DEMIROREN NEWS AGENCY) / AFP
