Orkanböen in Urlaubsregion fordern erstes Todesopfer: Auch Mallorca ist betroffen

Von Rachel Sommer und Jan-Uwe Ronneburger

Paris/Palma/Lissabon - Bei einem heftigen Sturm ist in Frankreich eine Person ums Leben gekommen, zahlreiche Haushalte sind vom Strom abgeschnitten. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez (61) starb der Mensch in der Nacht im Südwesten Frankreichs.

Ein Lastwagen geriet durch Sturm "Nils" in der Nähe von Leucate im Südwesten Frankreichs ins Wanken und kippte auf die Seite.
Ein Lastwagen geriet durch Sturm "Nils" in der Nähe von Leucate im Südwesten Frankreichs ins Wanken und kippte auf die Seite.  © Ed Jones/AFP/dpa

Medienberichten zufolge handelt es sich um einen Lastwagenfahrer, dessen Fahrzeug von herunterstürzenden Ästen getroffen wurde. Rund 850.000 Haushalte im Süden des Landes waren am frühen Morgen vom Strom abgeschnitten, berichteten französische Medien unter Verweis auf Versorger Enedis.

Wegen des Sturms "Nils" gilt in fünf französischen Départements derzeit die höchste Unwetterwarnstufe Rot. Der Sturm sei von seltener Kraft, teilte der französische Wetterdienst Météo France mit.

In der Nacht seien Sturmböen mit bis zu gut 160 Kilometern die Stunde über das Land gefegt. Teils fielen Züge aus. Auch im Straßenverkehr kam es zu Einschränkungen.

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In der spanischen Region Katalonien mit Barcelona hatten die Behörden ebenfalls Alarmstufe Rot wegen extremen Windes ausgelöst und vorsichtshalber die Schulen geschlossen. Es wurden Windgeschwindigkeiten bis zu 167 Kilometern pro Stunde gemessen, wie die Zeitung "La Vanguardia" berichtete.

Mindestens sieben Menschen wurden durch umgestürzte Bäume oder den Einsturz einer Mauer verletzt. Schienen-, Straßen- und Flugverkehr waren zeitweise eingeschränkt. 

Auch die Schifffahrt blieb nicht verschont – ein Boot wurde vom schnell fließenden Wasser und dem Wind gegen einen Steg und zum Teil unter Wasser gedrückt.
Auch die Schifffahrt blieb nicht verschont – ein Boot wurde vom schnell fließenden Wasser und dem Wind gegen einen Steg und zum Teil unter Wasser gedrückt.  © Ed Jones/AFP/dpa

Die Urlaubsorte Mallorca und Portugal sind von dem starken Unwetter betroffen

Einige beliebte Urlaubsorte kämpften derzeit gegen die stürmischen Windböen an.
Einige beliebte Urlaubsorte kämpften derzeit gegen die stürmischen Windböen an.  © Martin Gerten/dpa

Auf Mallorca wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde in Berglagen gemessen, teilte der Wetterdienst Aemet mit. Über mögliche Opfer oder größere Schäden wurde dort zunächst nichts bekannt.

In Portugal gab die Böschung unmittelbar vor einer wichtigen Autobahnbrücke infolge eines Deichbruchs entlang des Flusses Mondego nach.

Die halbe Fahrbahn stürzte in die Tiefe und die wichtige Autobahn A1, die die Hauptstadt Lissabon im Süden mit der zweitgrößten Stadt des Landes, Porto im Norden, verbindet, werde für mehrere Wochen gesperrt bleiben, berichtete der staatliche TV-Sender RTP.

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Die Brücke selbst wurde den Angaben zufolge nicht beschädigt. 

Portugal und Spanien werden seit Ende Januar von vielen Sturmtiefs heimgesucht, was mit einer ungewöhnlichen Großwetterlage über dem Atlantik erklärt wurde.

Titelfoto: Fotomontage/Ed Jones/AFP/dpa

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