Silvester-Tragödie mit 40 Toten in der Schweiz: Ermittler klären über Ursache auf

Von Christiane Oelrich, Holger Mehlig, Michael Evers

Crans-Montana - Die Brandtragödie in der Silvesternacht mit 40 Toten in einer Bar im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist Ermittlern zufolge von Feuerfontänen in Champagnerflaschen ausgelöst worden!

Laut Ermittlern ist der verheerende Brand im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana durch Pyrofontänen verursacht worden.  © Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

Bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag erklärte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud: "Wir gehen derzeit davon aus, dass das Feuer von bengalischem Feuerwerk ausgegangen ist, das in Champagnerflaschen steckte und das zu nah an die Decke kam."

Man sei durch gesicherte Spuren, die Auswertungen von Videos und Aussagen von Augenzeugen zu diesen Erkenntnissen gelangt.

So hatten Besucher berichtet, dass Kellnerinnen Champagnerflaschen, auf denen Pyrofontänen befestigt waren, in die Höhe hielten. Dabei seien Funken auf die Decke übergesprungen, woraufhin plötzlich ein Feuer ausbrach, das sich wie ein "Flashover" zum Großbrand ausgebreitet habe.

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"Es wird geprüft, ob eine strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet wird", sagte die Generalstaatsanwältin. Das wäre der Fall, wenn es eine Verantwortung noch lebender Personen gebe.

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Opfer haben teilweise schlimme Brandverletzungen

Trauernde versammelten sich, um Blumen niederzulegen und Kerzen anzuzünden, um der Opfer des Brandes zu gedenken.  © Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

Zahlreiche der 119 Verletzten wiesen lebensbedrohliche Verbrennungen auf. In der Universitätsklinik Lausanne wurden allein etwa 13 erwachsene und 8 minderjährige Brandverletzte aufgenommen, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist", wie der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, dem Sender RTS sagte.

Die meisten dürften Teenager oder Anfang 20-Jährige gewesen sein, heißt es vonseiten der Polizei, womöglich Minderjährige. Die Bar "Le Constellation" war nach Angaben von Anwohnern bei ihnen besonders angesagt.

Der Flughafen von Genf bereitete sich auf die Ankunft der Familien ausländischer Opfer vor, wie der Kanton Genf berichtete. Er liegt am nächsten am Unglücksort, aber auf dem Landweg immer noch 180 Kilometer entfernt.

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Unter den Toten und Verletzten sind nach italienischen Angaben Italiener, andere Staaten hielten sich bedeckt. Ob Deutsche darunter waren, ist ungewiss. Das Außenministerium in Berlin steht nach eigenen Angaben mit den Behörden in Verbindung.

Der französische Präsident Emmanuel Macron (48) teilte auf der Plattform X mit, Frankreich nehme Verletzte in seinen Krankenhäusern auf und stehe für jede Hilfe zur Verfügung. Daneben haben auch Schweden und Nordmazedonien ihre Hilfe angeboten.

Bislang wurde niemand festgenommen

Die Bestürzung ist groß.  © Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

Priorität sei, die Todesopfer zu identifizieren, um sie ihren Angehörigen zu übergeben, sagte Generalstaatsanwältin Pilloud.

Wie viele Menschen in der Bar waren, für wie viele Besucher sie zugelassen war, ob die Notausgänge funktionierten oder die Treppe, die nach Angaben von Besuchern zu eng war, um sich schnell vor den Flammen zu retten, regelkonform war - all das ist noch immer unklar.

Es sei auf jeden Fall niemand festgenommen worden, sagte Pilloud.

Der 18-jährige Alexis Lagger sah nach eigenen Angaben in der Nacht beim Vorbeigehen Rauch aus der Bar kommen und verständigte die Polizei. Sekunden später seien Flammen aus dem Lokal geschlagen.

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Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin (66, r.) und Mathias Reynard (38), Staatsrat und Präsident des Staatsrats des Kantons Wallis besuchten am Donnerstag den Unglücksort.  © Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

"Die Menschen versuchten, die Fenster mit Stühlen und Tischen einzuschlagen", berichtete Lagger dem Westschweizer Fernsehen.

Erstmeldung vom 2. Januar, 6.23 Uhr. Letzte Aktualisierung am 2. Januar, 16.11 Uhr.

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