Beinahe-Tod durch E-Zigaretten: Teenager wird in künstliches Koma versetzt

Utah (USA) - Gehen von elektronischen Zigaretten größere Gefahren aus als bisher angenommen? Eine amerikanische Jugendliche erlitt nach drei Jahre langem Konsum offenbar so große Schäden, dass sie im Krankenhaus in ein künstliches Koma versetzt werden musste.

Vaporizer und ähnliche Geräte liegen bei jungen Menschen voll im Trend, doch mit ihrer Wirkung setzen sich nur die wenigsten auseinander.
Vaporizer und ähnliche Geräte liegen bei jungen Menschen voll im Trend, doch mit ihrer Wirkung setzen sich nur die wenigsten auseinander.  © Aliaksandr Barouski/123RF

Maddie Nelson befand sich in einem kritischen gesundheitlichen Zustand. Die 18-jährige Jugendliche aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Utah lag drei Tage lang im Koma.

Wie "Daily Star" unter Bezugnahme auf eine eingerichtete Spendenseite berichtet, litt der Teenager an hohem Fieber, Übelkeit und Atembeschwerden.

Die Ärzte führten ihre Symptome nach langer Diagnose und Befragung der Eltern auf das Rauchen von E-Zigaretten zurück - genauer gesagt auf die Benutzung von Vaporisatoren. Dabei handelt es sich um Geräte zur Verdampfung von Wirkstoffen.

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Anders als bei Inhalatoren wird die Substanz direkt verdampft. "Vapes" gelten vor allem bei Teenagern als trendige Alternative zu klassischen Zigaretten, da man bei ihnen nicht auf die aktiven Wirkstoffe von Tabak, Cannabis und anderen Kräutern verzichten muss.

Maddie konsumierte die dampfenden Glimmstängel drei Jahre lang, ohne sich der von ihnen ausgehenden potenziellen Gefahr bewusst zu sein.

Dadurch entwickelte sich bei ihr eine akute eosinophile Pneumonie, eine seltene Krankheit, die durch die Ansammlung weißer Blutkörperchen in der Lunge als Reaktion auf eine Entzündung verursacht wird.

Im Krankenhaus wurde Maddies Zustand immer schlimmer. Nach vier Tagen konnte sie kaum noch atmen und war extrem erschöpft. Sie musste von den Ärzten in ein medizinisches Koma mitsamt künstlicher Beatmung versetzt werden.

"Als die Röntgenaufnahme ihrer Brust zurückkam, war die Schädigung ihrer Lunge so schwerwiegend, dass der Atemtherapeut sie zukünftig als Lehrmittel verwenden wird", berichten Maddies Eltern.

Auf "GoFundMe" richtete Maddies Schwester Andrea nun eine Seite ein, um Geld zum Bezahlen der Krankenhausrechnungen zu sammeln und die Öffentlichkeit vor dem Konsum von E-Zigaretten und Vaporizern zu warnen.

Die von der Industrie als sichere Tabak-Alternativen angepriesenen Genussmittel seien weitaus gefährlicher als bislang angenommen und sollten daher nicht genutzt werden. Maddie befindet sich nach ihrem dreitägigen Koma auf dem Weg der Besserung und kann inzwischen wieder selbstständig atmen und Nahrung zu sich nehmen.

Nach langem Kampf geht es Maddie Nelson inzwischen wieder besser.
Nach langem Kampf geht es Maddie Nelson inzwischen wieder besser.  © Andrea Fullmer/GoFundMe

Titelfoto: Andrea Fullmer/GoFundMe

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