Vom Jäger zum Gejagten: Vier Teenager brutal von Nilpferd-Herde getötet

Naivasha (Kenia) - Als eine Gruppe Jugendlicher eines Nachts aufbrach, um im nahe gelegenen See zu fischen, wusste sie noch nicht, welche Gefahr auf sie wartete. Der Moment, in dem die Teenager ihre Ruten auswarfen, besiegelte ihr Schicksal.

Tatsächlich sind Flusspferde in Afrika jährlich für mehr Tote verantwortlich als Elefanten, Leoparden, Löwen und Krokodile zusammen. (Symbolfoto)
Tatsächlich sind Flusspferde in Afrika jährlich für mehr Tote verantwortlich als Elefanten, Leoparden, Löwen und Krokodile zusammen. (Symbolfoto)  © 123RF/siempreverde22

Wie das kenianische Nachrichtenportal "The Eastleigh Voice" berichtete, ereignete sich der schreckliche Vorfall in der Nacht von Freitag auf Samstag am Ufer des Naivasha-Sees.

Am Samstagabend fand die kenianische Küstenwache die ersten beiden Teenager-Leichen, die zwei anderen wurden am nächsten Morgen aus dem Wasser gefischt.

Demnach sollen die vier Verstorbenen in der Nacht ihres Todes als Teil einer 14-köpfigen Gruppe aufgebrochen sein, um am Ufer des Sees zu angeln. Eine dazu erforderliche Erlaubnis besaß ersten Ermittlungen zufolge niemand. Auf der Suche nach dem großen Fang schreckte die Gruppe jedoch auch eine Herde Nilpferde auf, die sich durch das nächtliche Treiben anscheinend bedroht fühlte.

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Die Hippos griffen daraufhin die im Wasser stehenden Teenager an, die gegen die Wildtiere nichts ausrichten konnten. Zehn von ihnen gelang die Flucht, der Rest der Gruppe überlebte den Angriff nicht.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl jugendlicher Todesopfer rund um den Naivasha-See gestiegen, informiert Isaac Kiama, der stellvertretende Sprecher der Stadt Naivasha: "Mit der Zunahme illegaler Fischer im See steigt auch die Zahl der Ertrunkenen und viele Opfer sind sehr junge Männer, die nach Nahrung für ihre Familien suchen."

Zahl der Todesfälle steigt an - Warum gehen immer mehr Tiere auf Menschen los?

Weiter heißt es in einer Stellungnahme der Vereinigung "Freunde des Naivasha-Sees", dass die Zahl der Todesfälle an dem Gewässer auf monatlich vier Menschen gestiegen ist. Grund für diesen rasanten Anstieg soll demnach die anhaltende Erschließung der Ufergebiete sowie das Einengen von Wildtier-Korridoren sein.

Francis Muthui, der Vorsitzende der Vereinigung, plädiert: "Es ist an der Zeit, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob einige Tiere in andere Gewässer umgesiedelt werden könnten."

Titelfoto: Fotomontage: Screenshot: x.com/KenyaRedCross, 123RF/siempreverde22

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