Strengere Regeln und höhere Preise: All das ändert sich im neuen Jahr für Euch
Leipzig - Von steigenden Versicherungskosten bis hin zu strengeren Reglementierungen beim Onlineshopping: Das neue Jahr geht mit einigen Veränderungen für Verbraucher einher. Das sind alle Neuerungen für Euch im Überblick.
Wie die sächsische Verbraucherzentrale mitteilte, sollen 2026 die Beiträge für Versicherungen weiter steigen. Das betreffe vor allem zahlreiche private Krankenversicherungen, deren Preiserhöhungen sich bereits zu Jahresbeginn bemerkbar machen könnten.
In diesem Fall rät die Zentrale den Versicherten einen Tarifwechsel beim Anbieter oder einen Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung. Des Weiteren könne eine höhere Selbstbeteiligung zu niedrigeren Beiträgen führen.
Gleiches gelte für Auto- und Motorradversicherungen, sodass sich regelmäßige Preisvergleiche lohnen könnten.
In diesem Zusammenhang weist die Verbraucherzentrale darauf hin, dass neben der regulären Kündigung zum Vertragsende auch ein Sonderkündigungsrecht von vier Wochen nach Erhalt der Mitteilung besteht.
Deutschlandticket, Benzin und Co.: Auch beim Verkehr steigen die Preise
Im Hinblick auf die Mobilität sei die Finanzierung des Deutschlandtickets zwar bis 2030 gesichert. Der Kostenpunkt belaufe sich jedoch ab Januar 63 Euro pro Monat statt bisher 58 Euro.
Negative Veränderungen gibt es im neuen Jahr auch für alle Flugreisenden. Angaben der Verbraucherzentrale zufolge plane die EU eine Reform der Fluggastrechtverordnung, nach der Passagiere erst nach größeren Verzögerungen ihr Geld zurückbekommen.
Will man aber selbst mit dem Auto fahren, erwarten einen auch da steigende Preise. Immerhin könne der CO2-Preis um bis zu 10 Euro pro Tonne steigen.
Für Benzin bedeute das eine Preissteigerung von 2,8 Cent pro Liter und für Diesel bis zu 3,2 Cent pro Liter. Heizöl und Erdgas verteuern sich um 3,2 Cent pro Liter beziehungsweise 0,24 Cent je Kilowattstunde.
Strengere Regeln und Prüfungen für Internet und Onlineshopping
Umfangreichere Kreditregeln sollen Kunden im neuen Jahr vor Verschuldungen schützen. So sollen auch bei kurzfristigen Finanzierungen oder Kleinkrediten, die häufig von sogenannten "Buy now, pay later"-Angeboten Gebrauch machen, umfassende Kreditwürdigkeitsprüfungen stattfinden.
Aber auch aufseiten des Kreditgebers gebe es neue, zusätzliche Spielregeln. Ab 19. Juni sind Online-Anbieter dazu verpflichtet, einen deutlich sichtbaren Widerrufsbutton bereitzustellen. Somit sollen im Interner abgeschlossene Verträge ebenso schnell und unkompliziert zu widerrufen sein, wie sie abgeschlossen werden können.
Neben den Neuerungen fürs Onlineshopping wolle man das Internet mithilfe von KI-Labeln sicherer machen.
Folglich müssen ab dem 2. August alle Texte, Bilder, Videos und sonstige Inhalte, die mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden, als solche gekennzeichnet werden. Dies betrifft auch KI-Chatbots.
Verbot von Käfighaltung und fälschlichen Umwelt-Etiketten
Ein Fortschritt beim Schutz der Tiere ist das Verbot der Käfighaltung von Legehennen, das in Deutschland zum Jahresbeginn wirksam wird.
Zwar dürften diese Eier innerhalb der EU weiterhin produziert, verkauft und verarbeitet werden, doch sei der Haltungsgrad einfach am Code der rohen Eier zu erkennen. Bei verarbeiteten Produkten wie Nudeln oder Mayonnaise gestalte sich das allerdings schon etwas schwieriger.
Zusätzliche Regelungen gibt es auch für alle Produkte, die mit Schlagworten wie "klimaneutral" und "umweltfreundlich" für sich werben, denn im neuen Jahr müssen derartige Angaben eindeutig belegt werden.
"Eine EU-Richtlinie schreibt vor, dass solche Umweltangaben ab 27. September 2026 messbar, überprüfbar und nachvollziehbar sein müssen", so die Verbraucherzentrale.
Eigene Siegel ohne unabhängige Zertifizierung seien dann nicht mehr erlaubt. Bis zum 27. März sei die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.
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