Heftige Sparpläne bei VW: Sorge, Wut und Protest! Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Von Nicole Schippers

Baunatal - Was bringt die Zukunft, wie sicher sind Jobs und damit Existenzen? Die erneuten Sparpläne des Volkswagen-Vorstands lösen auch im hessischen Werk in Baunatal im Landkreis Kassel massive Besorgnis, Wut und Proteste aus.

Das VW-Werk in Baunatal im Landkreis Kassel ist das weltgrößte Komponentenwerk des gesamten Volkswagen-Konzerns.  © Uwe Zucchi/dpa

Vor der Aufsichtsratssitzung zu möglicherweise anstehenden Einschnitten bei dem VW-Konzern haben die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat des Werkes im Landkreis Kassel eine außerordentliche Vollversammlung abgehalten.

Am Donnerstag etwa versammelten sich nach IG-Metall-Angaben dazu rund 200 Vertrauensleute, Betriebsräte sowie Mitarbeiter vor dem Werkstor. 

"Die Stimmung im Werk ist sehr angespannt", so der Betriebsratsvorsitzende Carsten Büchling am Rande der Veranstaltung und führte aus: "Viele machen sich Sorgen und sind wütend mittlerweile auf dieses Management, auf diesen Vorstand, weil es keine ordentlichen Informationen gibt." 

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Die Kommunikation des Vorstands des VW-Konzerns sei ein Desaster. Darüber hinaus werde erneut versucht, einzelne Standorte gegeneinander auszuspielen, rief Büchling den Teilnehmern zu. Das müsse ein Ende haben. "Im Vordergrund steht, vereint für unsere Zukunft zu kämpfen."

Man stehe solidarisch an der Seite aller Kolleginnen und Kollegen, deren Standorte aktuell infrage gestellt würden. "Wir kämpfen, falls es nötig ist, und zwar mit allem, was dann dazugehört", kündigte der Betriebsratsvorsitzende an.

"Wir erwarten vom Konzernvorstand eine schlüssige Zukunftsstrategie statt Sparprogramm", erklärte Büchling. "Und wir erwarten auch, dass diese Zukunftsstrategie als allererstes uns als Betroffenen und als den Belegschaften erklärt wird und wieder nicht nur alles über Medien durchgestochen wird und dann nicht dementiert wird, nicht bestätigt wird. Das ist eine Katastrophe, wie in den letzten Wochen kommuniziert wurde, und zwar zu unseren Lasten", sagte er.

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Betriebsratsvorsitzender Carsten Büchling: "Bringt uns natürlich in eine sehr, sehr unsichere Situation"

Der Betriebsratsvorsitzende Carsten Büchling hat sich am Donnerstag vor dem Tor des VW-Werks in Baunatal klar geäußert.  © Nicole Schippers/dpa

"Wir erwarten von den Vorständen und Managern: Schluss mit dem Kahlschlag in Deutschland. Zukunftsprodukte in deutsche Werke. Langer Atem statt schneller Profit. Mensch statt Marge", so der 2. Bevollmächtigte der IGM Nordhessen, Dennis Schindehütte. "Wir fordern Respekt für unsere Arbeit. Wir fordern Respekt vor den Beschäftigten. Wir fordern Respekt vor den Familien, deren Zukunft an diesen Arbeitsplätzen hier hängen."

Laut "Manager Magazin" will Volkswagen seinen Sparkurs nochmals deutlich verschärfen: Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen.

Büchling erklärte vor der Kundgebung, Berichte, denen zufolge der Vorstand planen könnte, die Komponententochter des Konzerns in eine eigene Gesellschaft auszulagern, schürten die Ängste im Werk Baunatal noch zusätzlich. Das würde auch das Komponenten-Werk in Baunatal betreffen.

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"Das bringt uns natürlich in eine sehr, sehr unsichere Situation", sagte er.

Büchling schob nach: "Für uns wäre das eine absolute Schwächung in Bezug auf unsere der Durchsetzungsfähigkeit in der Zukunft. Und da muss man auch davon ausgehen, dass die Anzahl der Arbeitsplätze hier drastisch reduziert werden könnte."

Mit etwa 15.000 Mitarbeitern ist das VW-Werk Kassel-Baunatal das weltgrößte Komponentenwerk des Volkswagen-Konzerns. In dem einzigen VW-Werk in Hessen werden weite Teile des elektrischen Antriebsstrangs hergestellt. 

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