Zum Jubiläum: "Miniatur Wunderland"-Gründer kriegen eigenen ICE

Hamburg - Nach der eigenen S-Bahn folgte für die Gründer des Miniatur Wunderlands am Freitagmorgen das nächste – und noch größere – Highlight: Im Bahnhof Hamburg-Altona tauften Frederik und Gerrit Braun (beide 58) anlässlich des 25-jährigen Jubiläums ihrer weltbekannten Modelleisenbahnanlage einen echten ICE 4 auf den Namen "Knuffingen". Benannt ist der Zug nach der Fantasie-Hauptstadt des Miniatur Wunderlands.

Frederik (.) und Gerrit Braun (beide 58) vor ihrem eigenen ICE 4, der am Freitag in Hamburg auf den Namen "Knuffingen" getauft wurde.  © Madita Eggers/TAG24

Enthüllt wurde das besondere Design des ICEs von seinem kleinen Bruder im Maßstab 1:87, der den roten Vorhang wegzog. Das Modell wird künftig auch selbst durch das Miniatur Wunderland fahren – natürlich auch durch Knuffingen.

Für Frederik Braun war der Moment der Taufe weit mehr als ein offizieller Pressetermin und das nicht nur, weil er wie er selbst etwas aufgeregt bekannt gab, jederzeit hätte Vater werden können. Seine Frau habe in zehn Tagen Stichtag. "Doch ich habe ihr gesagt, nein, heute nicht", so Braun lachend.

"Das ist ein Märchen, was hier heute passiert, und ein Highlight in meinem Leben, in unserem Leben", sagte er stolz auf Bahnsteig 12. "Die Bahn verbindet uns, seit wir kleine Kinder sind. Das Wunderland würde es nicht geben, wenn es nicht irgendwo in unserem Kopf Eisenbahnen geben würde."

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Gemeinsam mit ihrem Vater verbrachten die Brüder schon als Kinder viel Zeit an Bahnstrecken. Am Bahnübergang in Volksdorf beobachteten und katalogisierten sie Züge. "Da ist gesät worden, was später gewachsen ist", erinnerte sich Braun. "Wir haben das ganz verrückt exzessiv gemacht, sodass das immer Thema war bei uns."

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Frederik Braun: "Das ist diese surreale 'Kneif mich mal'-Situation"

Die Taufe im Maßstab 1:87.  © Madita Eggers/TAG24

Hinzu kamen die regelmäßigen Bahnreisen zur Großmutter nach Würzburg. So erlebten die Brüder die Entwicklung vom Trans-Europ-Express (TEE) über den Intercity bis hin zum ICE aus nächster Nähe. "Der ICE war damals die Sensation", sagte Braun.

"Da saßen wir beide schon auf dem Weg zu Oma nach Würzburg und haben unsere geliebten Nudeln mit Tomatensauce gegessen." Bis heute gehört dieses Ritual für ihn zum Bahnfahren dazu. "Ich brauche meine Nudeln mit Tomatensauce. Das ist mein ICE-Gefühl, mein Zug-Gefühl."

Dass einmal ein echter ICE den Namen ihrer Fantasiestadt tragen würde, hätten sich die Brüder früher kaum vorstellen können. Und auch heute sei es "eigentlich verkehrte Welt", betonte Braun.

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"Wir gucken uns ja in der großen Welt um und machen sie klein. Und jetzt ist es andersherum. Die große Welt kopiert uns und macht einen ICE im Großformat. Das ist diese surreale 'Kneif mich mal'-Situation."

Die Patinnen und Paten tauften den Zug mit Wasser aus der "Nord-Ost-See" des Skandinavien-Abschnitts im Miniatur Wunderland.  © Madita Eggers/TAG24
Der kleine ICE im Vergleich zu seinem großen Bruder, der ab sofort mit 13 Wagen und 918 Sitzplätzen auf den Linien mit besonders hoher Nachfrage unterwegs sein wird, etwa von Hamburg nach München über Köln und Stuttgart oder von Hamburg über Frankfurt/Main und Karlsruhe nach Basel und weiter in die Schweiz.  © Madita Eggers/TAG24

Staatsrat Martin Bill: "Ich dachte: 'Wer weiß, wie lange diese verrückte Idee hält'!"

Von links nach rechts: Martin Baier, Martin Bill, Ute Plambeck, Frederik und Gerrit Braun.  © Madita Eggers/TAG24

Neben Frederik und Gerrit Braun nahmen an der Taufe unter anderem die DB-Konzernbevollmächtigte Ute Plambeck, Staatsrat Martin Bill sowie Martin Baier, Leiter Fahrzeugmanagement DB Fernverkehr, teil.

In ihren Grußworten würdigten Vertreter von Stadt und Bahn die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte des Wunderlands.

Staatsrat Martin Bill (43, die Grünen) bekannte sich dabei als Fan der ersten Stunde und betonte die Bedeutung der Attraktion für die Hansestadt: "Wir sind in Hamburg sehr stolz, dass wir Euch hier in Hamburg haben!"

Als die Brüder Braun ihr Projekt vor 25 Jahren vorstellten, habe kaum jemand an den Erfolg geglaubt, erinnerte sich Bill. Seine eigene Neugier sei damals allerdings sofort geweckt gewesen: "Ich dachte: Mensch, da muss ich sofort hin, wer weiß, wie lange diese verrückte Idee hält'."

Bekanntermaßen hält sie bis heute und gilt als eine der beliebtesten und meistbesuchten Touristenattraktionen Deutschlands. Seit der Eröffnung der ersten drei Themenwelten – Mitteldeutschland, Knuffingen und Österreich – am 16. August 2001 ist die Anlage kontinuierlich gewachsen.

Auch die Deutsche Bahn zollte den Gründern Respekt. Ute Plambeck hob insbesondere deren Beharrlichkeit und Innovationsgeist hervor: "Sie haben nicht nachgelassen und haben Ihre Überzeugung Realität werden lassen." Das Erfolgsrezept des Wunderlands sei dabei über all die Jahre gleich geblieben: "Immer weiterentwickelt, immer innovativ, immer kreativ."

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Nach der Taufe fand schließlich auch der kleine Bruder des ICE "Knuffingen" den Weg auf die Gleise in der Speicherstadt: Mit viel Begeisterung setzten die Brüder Braun den Zug im Maßstab 1:87 ein.  © Madita Eggers/TAG24
Nächster Halt: Knuffingen. Der gleichnamige Mini-ICE am Bahnhof der Fantasiehauptstadt des Miniatur Wunderlands.  © Madita Eggers/TAG24

Für die Bahn steht der neue ICE "Knuffingen" symbolisch für die Verbindung von Modellwelt und Realität. Künftig wird der ICE 4 im Jubiläumsdesign als rollender Botschafter des Miniatur Wunderlands durch Deutschland und bis in die Schweiz unterwegs sein.

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