Von Annett Gehler
Thüringen - Familien in Thüringen müssen je nach Wohnort unterschiedlich lange auf die Bewilligung ihres Elterngelds warten.
Wie aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Marion Rosin hervorgeht, schwankten die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten zwischen 2020 und Oktober 2025 landesweit zwischen 33 und 41 Kalendertagen.
Zwischen den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es den Angaben zufolge erhebliche Unterschiede.
So mussten im vergangenen Jahr Familien im Kreis Gotha mit im Schnitt mehr als drei Monaten am längsten auf die Bewilligung ihrer Anträge warten.
Als Gründe hierfür wurden unter anderem eine verzögerte personelle Aufstockung und IT-bedingte Umstellungen und Störungen genannt. Für dieses Jahr werde mit einer Entspannung gerechnet.
Komplexes Gesetz und unvollständige Unterlagen
Am schnellsten wurden bis Oktober vergangenen Jahres den Angaben zufolge mit durchschnittlich 16 Tagen Anträge im Kyffhäuserkreis bearbeitet. Die regionalen Unterschiede bei den Bearbeitungszeiten ergeben sich demnach unter anderem aus der personellen Ausstattung der kommunalen Elterngeldstellen, der Möglichkeit, freie Stellen zeitnah nachzubesetzen, sowie aus dem jeweiligen Antragsaufkommen.
Als weitere Gründe wurden etwa unvollständige Unterlagen, die Abhängigkeit von Zuarbeiten anderer Behörden und der Stand der Digitalisierung genannt.
Das Elterngeld kann ab Geburt des Kindes beantragt werden. Das entsprechende Bundesgesetz sei seit seiner Einführung 2007 mehrfach flexibilisiert worden, was zu größerer Komplexität geführt habe, hieß es. Thüringen unterstütze deshalb gemeinsam mit anderen Ländern Vorschläge zur Vereinfachung des Gesetzes.