Erste Borreliose-Fälle in Thüringen gemeldet: Zecken sind wieder aktiv
Von Katrin Zeiß
Thüringen - Der relativ knackige Winter in diesem Jahr hat den Zecken in Wäldern und auf Wiesen nach Experteneinschätzung nicht viel anhaben können.
"Ich rechne nicht mit einer nennenswerten Dezimierung", sagte Katja Mertens-Scholz, Leiterin des nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am Friedrich-Loeffler-Institut in Jena, der Deutschen Presse-Agentur. Erst ab Frost von minus 20 Grad begännen Zecken abzusterben.
Dabei komme es darauf an, wie tief der Frost ins Erdreich eingedrungen sei. Oft jedoch seien Waldböden von einer schützenden Laubschicht bedeckt.
Nach der kürzlich veröffentlichten Winterbilanz des Deutschen Wetterdienstes wurde die Minus-20-Grad-Marke in Thüringen nicht erreicht, die niedrigste gemessene Temperatur waren im Januar minus 17,6 Grad Celsius.
Häufigste in Thüringen auftretende Zeckenart ist der Gemeine Holzbock. Erste Meldungen von Borreliose-Fällen in diesem Jahr zeigten, dass Zecken wieder aktiv seien, so die Biologin. Nach Daten des Berliner Robert Koch-Instituts sind in Thüringen seit Jahresbeginn rund zwei Dutzend Fälle gemeldet worden.
Die von bestimmten Bakterien (Borrelien) ausgelöste Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland. Noch keine Meldungen gibt es bislang zu FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) - eine Viruserkrankung nach dem Stich durch infizierte Zecken.
Titelfoto: Sven Hoppe/dpa
