"Jahrzehntelang den Gürtel enger geschnallt": Warum Thüringens Städte stabil im Plus sind

Gera - Seit einigen Jahren hat die Finanzkrise deutsche Kommunen fest im Griff. Eine Analyse der Sendung "ARD-Story: Kassensturz - Kommunen vor dem Kollaps" zeigt: Seit 2022 rutschen viele Städte ins dicke Minus - sehr zulasten der Bürgerinnen und Bürger. Doch in Thüringen sieht es anders aus. Erfurt, Weimar und Gera befinden sich seit vier Jahren im Haushaltsplus. Woran liegt das?

Geras Oberbürgermeister Kurt Dannenberg (57, CDU) verrät, warum seine Stadt seit Jahren im Plus ist.  © Bodo Schackow/dpa

Grund dafür ist die geringere Wirtschaftskraft, was weniger Gewerbesteuerschwankungen bedeutet. Das Geld kommt größtenteils aus dem Landeshaushalt und fließt damit stabiler.

"Wir waren eine Stadt, die über Jahrzehnte den Gürtel sehr eng schnallen musste", erklärt Geras Oberbürgermeister Kurt Dannenberg (57, CDU) gegenüber TV-Redakteurin Katharina Singer. Demnach sei daran gearbeitet worden, die Stadt finanziell nachhaltig aufzustellen.

Beispielsweise wurde in größere Straßenbahnen investiert, die mehr Menschen transportieren können und deshalb seltener fahren müssen. Das spart Personal und Wartung.

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2014 war Gera pleite, die Stadtwerke insolvent. Es folgte ein harter Sparkurs, doch eine aufschwingende Konjunktur spülte damals viel Geld in die Stadt.

Dieses Jahr stehen der ostthüringischen Hochschulstadt 57 Millionen Euro aus dem Haushalt zur Verfügung. Genutzt wird das Geld für längst überfällige Sanierungen wie in Schulen oder bei der Feuerwehr.

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Studenten zeigen mit Initiative, wie schön Gera ist

2026 stehen Gera 57,5 Millionen Euro aus dem Haushalt zur Verfügung.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Im Januar dieses Jahres feierte das beliebte Hofwiesenbad in Gera große Wiedereröffnung. Erneuert wurde das Dach für mehr als drei Millionen Euro. "Wir investieren vielleicht einen Euro mehr in ein stabileres Tragwerk, dass das Dach überhaupt eine Photovoltaikanlage trägt [...], aber im Ergebnis sinken die Folgekosten", erklärt Dannenberg.

Trotz Haushaltsplus und umfangreichen Erneuerungen herrscht in Gera hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Stimmung und Überalterung. Das Ergebnis: Viele, vor allem junge Menschen ziehen weg.

Jeremias Heinig und Fabio Schönfeld wollen mit der Initiative "#stayingera" das Image der 95.600-Einwohner-Stadt verbessern. Auf Instagram zeigen die beiden Studenten, wo investiert wird und wie schön Gera sein kann.

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"Kassensturz - Kommunen vor dem Kollaps" seht Ihr am Dienstag um 23.05 Uhr im Ersten oder schon jetzt in der ARD-Mediathek.

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