Ostdeutsche Traditionsmarke streikt: Bei Filinchen geht nichts mehr

Von Simone Rothe, Christian Rüdiger

Apolda - Beim Filinchen-Hersteller Gutena in Apolda (Weimarer Land) stand die Produktion am Donnerstag weitgehend still.

Beim Filinchen-Hersteller Gutena in Apolda geht wegen des Warnstreiks gerade nicht viel. (Symbolfoto)  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) rief nach eigenen Angaben die Belegschaft im Konflikt um einen neuen Tarifvertrag zu einem Warnstreik auf. Ein Großteil der Belegschaft habe sich an der Aktion beteiligt und sei vor das Werktor gekommen, sagte ein NGG-Sprecher. Belegschaftsvertreter bestätigten dies.

Es sei nur noch Waffelbrot verpackt worden, das in der Nachtschicht produziert wurde. Von der Geschäftsführung in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) war auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Filinchen gehört zu den traditionellen Ost-Marken, die weiter Bestand haben.

Der Warnstreik soll nach Gewerkschaftsangaben über 24 Stunden bis Freitagmorgen gehen. Die Produktion laufe normalerweise im Drei-Schicht-Betrieb. Die NGG will mit der Aktion Druck für die Tarifverhandlungen aufbauen, die am 17. April in die dritte Runde gehen sollen.

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Sie verlangt für die den Angaben zufolge knapp 50 Gutena-Beschäftigten Einkommensverbesserungen von jeweils 30 Euro im April, Juni und August sowie weiteren zehn Euro im Oktober.

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Geschäftsführung will Wochenarbeitszeit erhöhen

Die Geschäftsführung wolle jedoch die tarifliche Wochenarbeitszeit von derzeit 37 Stunden auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich erhöhen und die Möglichkeit von bis zu vier Sonderschichten schaffen.

Sie fordere damit einen "hohen Preis" für einen Tarifabschluss, so die Gewerkschaft. Die NGG hingegen verlangt die Rückkehr des Unternehmens in den Flächentarifvertrag für die ostdeutsche Süßwarenindustrie.

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