ARD schmeißt "Winnetou"-Filme aus seinem Programm

Berlin - Der Streit um "Winnetou" eskaliert weiter! Nun hat das Erste angekündigt, keine Filme mit dem gleichnamigen fiktiven Häuptling mehr zu zeigen.

Mehrere Fernseh-Generationen sind mit Winnetou (Pierre Brice, †86, l.) und seinem Blutsbruder Old Shatterhand (Lex Barker, †54) groß geworden.
Mehrere Fernseh-Generationen sind mit Winnetou (Pierre Brice, †86, l.) und seinem Blutsbruder Old Shatterhand (Lex Barker, †54) groß geworden.  © IMAGO / Prod.DB

Laut einem Bericht der Bild-Zeitung teilte die ARD mit, dass vorerst keiner ihrer Sender mehr "Winnetou"-Filme spielen werde.

Grund sei, dass die öffentlich-rechtlichen Sender bereits 2020 die dafür nötigen Lizenzen auslaufen ließen, Lizenzkäufe seien künftig auch nicht geplant.

Dazu passe, "dass bei einigen Journalisten der Öffentlich-Rechtlichen schon die Verwendung des Wortes 'Indianer' als rassistisch gilt", so Bild weiter.

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Vom Bayerischen Rundfunk (BR) hieß es, man wolle trotzdem auch "weiterhin Filmklassiker zeigen". Allerdings solle im Einzelfall geprüft werden, ob der jeweilige Inhalt ins Programm des Senders passt.

Auch dem beliebten "Sandmännchen" ging es bereits an den Kragen. Nina Paysen (42), Redakteurin beim skandalgeschüttelten RBB, sagte gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Brand Eins (Paywall oder August-Ausgabe), es würden keine Folgen mehr ausgestrahlt werden, in denen das I-Wort" genannt werde.

ZDF zeigt Abenteuer von Karl Mays Helden weiterhin

Kleiner Wermutstropfen: Das ZDF wolle auch "in den nächsten Jahren" weiterhin Winnetou-Filme zeigen. Darüberhinaus sind in der ZDF-Mediathek die spannenden Abenteuer von Karl Mays unvergesslichen Helden Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi, Old Surehand, Hadschi Halef Omar, Sam Hawkens und vielen anderen zu sehen.

Jedoch forderte das Social-Media-Team der Sendung "ZDF heute" seine Nutzer bereits auf: "Bitte achten Sie darauf, das I-Wort in der Kommunikation zu vermeiden, da wir rassistisch geprägten Begriffen keine zusätzliche Plattform geben möchten."

Zuvor war eine weitere Debatte um kulturelle Aneignung bei zwei Büchern entbrannt – darunter "Der junge Häuptling Winnetou" des Ravensburger Verlags.

Titelfoto: IMAGO / Prod.DB

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