"Dieser Ort ist Zauberei!": "Magic Days" begeistern in Hamburg, Fortsetzung bereits geplant
Hamburg - Dort, wo einst schon Harry Houdini (†1926) sein Publikum ins Staunen versetzte, wurde am Mittwochabend ein neues Kapitel der Zauberkunst aufgeschlagen: Im traditionsreichen Hansa-Theater feierte Jan Logemann mit seinem eigens ins Leben gerufenen Zauberfestival "Magic Days" Premiere. Der ehemalige Weltmeister der Kartenkunst hatte dabei selbstverständlich sein treuestes Requisit im Gepäck: ein Kartendeck – oder, wie er es nennt, seine 52 Freunde. Doch nicht nur diese Begleiter aus Pappe sorgten für magische Momente.
Gemeinsam mit sechs handverlesenen Künstlerinnen und Künstlern der internationalen Zauberszene bringt Logemann eine facettenreiche Show auf die Bühne, bei der sich Staunen und herzhaftes Lachen mühelos die Zauberstäbe reichen.
Klassische Klischees werden dabei charmant gebrochen: Statt großer Illusionen geht es intimer, verspielter zu – immer wieder werden auch die "Skeptiker" im Publikum direkt angesprochen.
Ein entscheidender Faktor für die besondere Atmosphäre: Logemann kennt alle Mitwirkenden persönlich. "Mein Hauptfokus liegt darauf, dass wir hinter der Bühne gut miteinander funktionieren", so der Wahl-Hamburger im TAG24-Gespräch.
Diese Nähe ist spürbar. Statt einer bloßen Abfolge von Acts entsteht ein Abend, der von echter Wertschätzung getragen wird. "Wenn ich mich wirklich auf die nächste Person freue, überträgt sich das aufs Publikum. Dann merkt man: Das ist etwas Besonderes", so Logemann, der in seiner Funktion als Moderator dem Publikum nicht nur die Tricks, sondern auch die Menschen dahinter vorstellen will.
Am Mittwoch waren mit dabei: Thomas Otto, Siegfried & Joy, Mario Lopez, Malin Nilsson und Carola Kärcher. Für viele war es das erste Mal auf der Hansa-Bühne: "Aber alle kennen die Geschichte dieses Ortes und spüren sie. Dieser Ort ist Zauberei", so Logemann begeistert.
Zauberer ist sich sicher: Das Staunen liegt im Unerklärlichen
Obwohl am Mittwoch erst Premiere war, sind die "Magic Days" bereits restlos ausverkauft. Wer diesmal kein Ticket ergattern konnte, muss jedoch nicht lange warten: Logemann arbeitet schon seit über einem halben Jahr an der Fortsetzung.
Von September bis Oktober folgt im Hansa-Theater mit "Magic Hansa" die nächste Ausgabe des Zauberfestivals. Auf Wunsch des Hauses soll das Format künftig größer und langfristiger etabliert werden.
"Es wird sich ähnlich anfühlen wie die Magic Days, weil ich wieder mit Freunden arbeite – aber es ist eine größere Produktion. Die Magic Days waren noch viel Eigenregie", erklärt Logemann.
Die stetig anhaltende Faszination für die Zauberei erklärt der Magier mit einem einfachen sowie frühkindlichem Prinzip: dem Staunen. "In einer Welt, in der wir uns fast alles erklären können, bleibt das Unerklärliche etwas Besonderes. Genau das macht die Täuschung interessanter".
Allerdings habe sich über die Jahre die Erwartungshaltung des Publikums deutlich verändert. Durch Social Media werde heute vieles stärker hinterfragt: "Ich habe heute viel mehr Flüsterpublikum als noch vor ein paar Jahren."
Für Logemann sei das jedoch kein Grund zur Sorge, sondern eher Ansporn. "Man muss sich weiterentwickeln. Klassische Tricks funktionieren nicht mehr einfach so – außer man denkt sie neu." Sein Ziel bleibe demnach unverändert: "Die Leute sollen sehen, wie vielfältig und schön Zauberei sein kann."
Für "Magic Hansa" im Herbst hat Logemann erneut eine internationale Besetzung zusammengestellt. Mit dabei sind Lucas Kaminski, Morten Christiansen, Raymond Crowe, Sebastian Nicolas, Oliwia Wilczewska und Suse Wächter. Tickets gibt es schon jetzt unter hansa-theater.com.
Titelfoto: Anna Wyszomierska

