Erschossen, weil sie sich liebten: "Fireworks" zeigt tragische Liebesgeschichte nach realer Vorlage

Von Gregor Tholl

München/Palermo - "Für Toni und Giorgio, die 1980 auf Sizilien erschossen wurden, weil sie sich liebten": Die Widmung am Ende des sonnendurchfluteten Films "Fireworks" von Giuseppe Fiorello aus dem Jahr 2023 schockiert.

Mutmaßlich im Auftrag der Familien wurden in den 1980ern Gianni (Samuele Segreto, 21, l.) und Nino (Gabriele Pizzurro, 22) getötet.  © Salzgeber & Co. Medien GmbH

Das BR Fernsehen zeigt die tragische Liebesgeschichte zweier Jungs im Spätprogramm (9. Juli, 23.15 Uhr).

Danach steht der Film 30 Tage in der ARD-Mediathek im Rahmen der Reihe "BR Queer".

Worum geht's? Zwei Teenager lernen sich Anfang der 80er kennen, als sie auf einer Landstraße mit ihren Mopeds zusammenknallen.

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Um den Unfall wiedergutzumachen, bietet der eine Junge dem anderen einen Job bei seinem Vater an, der Feuerwerke veranstaltet.

Aus der Freundschaft von Nino und Gianni wird eine romantische Liebschaft, die sie eigentlich angstfrei leben wollen. Doch als die konservativen und angstvollen Familien von dieser Beziehung erfahren, bricht die Hölle los.

Der Film basiert auf einem realen Kriminalfall, der im Oktober 1980 auf Sizilien passierte. Er ist in Italien als "Delitto di Giarre" (Mord von Giarre) bekannt. Giarre ist eine Stadt am Osthang des Ätnas, in der Nähe von Catania.

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Eine wahre Begebenheit liegt dem Film zugrunde

Der Film basiert auf einem Kriminalfall, der im Oktober 1980 passierte. Für den Film wurden die Geschehnisse um zwei Jahre verschoben.  © Salzgeber & Co. Medien GmbH

Infolge des Delikts sah sich Italiens Öffentlichkeit gezwungen, die Diskriminierung von Homosexuellen und verschwiegenen Schwulenhass zur Kenntnis zu nehmen.

Das Verbrechen an zwei verliebten jungen Männern, mutmaßlich im Auftrag der Familien begangen (der Täter wurde nie eindeutig ermittelt), führte zur Gründung des Verbands "Arcigay", einem bis heute wichtigen queeren Bürgerrechtsverband. 

Der Film verlegt die Handlung für eine explosivere Dramatik ins Jahr 1982, in die Zeit der Fußball-WM, die Italien im Finale gegen Deutschland gewann.

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So analysiert er nebenbei Machotum, Patriotismus und Pseudozusammenhalt.

Der italienische Spielfilm ist fabelhaftes Erzählkino und ein gelungenes Sittenbild. Trotz tödlicher Tragik ist er insgesamt lebensbejahend. Er zeigt sinnlich und schön fotografiert eine vorsichtig entfaltete Liebesgeschichte (Originaltitel: "Stranizza d'amuri"; in etwa "Die Seltsamkeit der Liebe"). 

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