Vom Flüchtlingslager nach Hollywood: "Shortys" bewegende Oscar-Rede

Los Angeles - In den heutigen Morgenstunden deutscher Zeit wurden im Dolby Theater in Los Angeles zum 95. Mal die Oscars verliehen. Die meisten Preisträger wie Brendan Fraser (54, "Bester Hauptdarsteller") oder Michelle Yeoh (60, "Beste Hauptdarstellerin") hielten nach ihrer Ehrung mit dem Goldjungen bewegende Dankesreden, doch keine Ansprache blieb so sehr im Gedächtnis wie die emotionalen Worte des "besten Nebendarstellers" 2023 Ke Huy Quan (51).

Ke Huy Quan (51) bewegte die Oscar-Zuschauer mit seiner Dankesrede.
Ke Huy Quan (51) bewegte die Oscar-Zuschauer mit seiner Dankesrede.  © dpa/Invision/AP/Chris Pizzello

"Mom, ich habe grade einen Oscar gewonnen", sagte der 51-jährige "Everything Everywhere All at Once"-Schauspieler voller Stolz zu seiner 84-jährigen Mutter, die das Geschehen vor dem heimischen Fernseher verfolgte.

Der Künstler sprach im Anschluss an seine schwierige Vergangenheit, die laut eigenen Worten "in einem Boot begann".

Der gebürtige vietnamesische Darsteller verbrachte ein ganzes Jahr in einem Flüchtlingslager in Hong Kong und floh mit seiner Familie schließlich in die USA, wo er nun auf "Hollywoods größter Bühne" den amerikanischen Traum lebt.

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Worte des Danks gingen auch an seinen kleinen Bruder und an seine Frau Echo Quan, die ihn seit 20 Jahren unterstützt und Hoffnung macht, dass seine Zeit eines Tages kommen wird.

Zum Abschluss der Danksagung machte der Schauspieler, unter vielen Tränen, allen anderen aufstrebenden Darstellern Mut, immer weiterzumachen: "Glaubt an eure Träume, ich hätte meinen fast aufgegeben."

Ke Huy Quan wurde erstmals für seine Rolle als "Shorty" in "Indiana Jones und der Tempel des Todes" bekannt.

Nach seinem Auftritt in "Die Goonies" wurde es mehrere Jahrzehnte lang ruhig um den ehemaligen Kinderdarsteller, der nun sein Comeback auf der großen Leinwand feierte.

Alles, überall, gleichzeitig

Stephanie Hsu (32), Michelle Yeoh (60) und Ke Huy Quan (51) (l-r) in einer Szene aus "Everything Everywhere All at Once".
Stephanie Hsu (32), Michelle Yeoh (60) und Ke Huy Quan (51) (l-r) in einer Szene aus "Everything Everywhere All at Once".

Nicht nur Quan wurde für die Nebenrolle als "Waymond Wang" in "Everything Everywhere All at Once" ausgezeichnet, die US-Produktion wurde nach elf Nominierungen mit insgesamt sieben Trophäen als großer Abräumer des Abends prämiert, etwa als "Bester Film" oder für "Beste Regie".

Der schwer zu beschreibende Genre-Streifen ist eine wilde Mischung aus Science-Fiction, Fantasy, Komödie und Familien-Drama.

Die Handlung des Films steckt dabei voller Wendungen und Referenzen an andere Blockbuster.

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Dabei geht es im Kern um die gestresste chinesische Immigrantin Evelyn Wang (Michelle Yeoh), die in den USA einen Waschsalon betreibt.

Nach einem Fehler in der Steuererklärung kämpft Wang mit Behörden, sowie familiären Problemen und nicht weniger als einer bösen Macht, die das Universum in der Existenz bedroht.

Ihre Reise führt dabei durch verschieden Parallel-Universen und die überanstrengte Reinigungsexpertin sieht sich mit verschiedenen Versionen ihres Selbst konfrontiert, die sie hinterfragen lassen, ob sie in ihrem Leben eigentlich die besten Entscheidungen getroffen hat.

Bereits das Filmplakat des Oscar-Abräumers könnte kaum abgedrehter sein.
Bereits das Filmplakat des Oscar-Abräumers könnte kaum abgedrehter sein.  © dpa/LEONINE Studios

Der "interdimensionale" Kinohit ist bei gängigen Video-on-Demand-Anbietern verfügbar und ist freigegeben ab 16 Jahren.

Titelfoto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

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