Verurteilter Mörder Henry-Oliver J.: "Bin ein anderer Mensch als damals"

Hamburg - Auf seinem YouTube-Kanal "Leeroy will's wissen" hat sich der im Rollstuhl sitzende Leeroy Matata (24) erneut mit einem Menschen unterhalten, der eine alles andere als gewöhnliche Lebensgeschichte hat: Mörder Henry-Oliver J. (50)!

Im Gespräch mit YouTuber Leeroy Matata (24, r.) sprach der verurteilte Mörder Henry-Oliver J. (50) über seine Lebensgeschichte.
Im Gespräch mit YouTuber Leeroy Matata (24, r.) sprach der verurteilte Mörder Henry-Oliver J. (50) über seine Lebensgeschichte.  © Screenshot: YouTube/Leeroy will's wissen

Der gebürtige Hamburger erzählte in dem Gespräch mit dem YouTuber, wie aus einem einst glücklichen Kind ein Mann werden konnte, der auf zwei Menschen schoss und einen davon tötete.

So sei er sieben Jahre alt gewesen, als er das erste Mal gestohlen habe. "Aus Langeweile und des Kicks wegen: Werde ich erwischt, werde ich nicht erwischt?", erklärte der 50-Jährige und ergänzte: "Ich wurde leider nicht erwischt." So habe es sich immer weiter gesteigert.

Mit zwölf Jahren habe er schon regelmäßig mit anderen Jungs Autoradios geklaut sowie verkauft und sei immer öfter in Schlägereien geraten. Die damalige Gesellschaft habe ihren Teil dazu beigetragen.

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"Es heißt ja immer: 'Du musst stark sein' oder 'Ein Junge darf nicht weinen', was natürlich total verkehrt ist", unterstrich der St. Paulianer. Für ihn habe es damals jedoch einfach dazugehört, notfalls Gewalt anzuwenden.

Irgendwann seien seine Freunde und Henry-Oliver zum schweren Raub übergegangen und er habe sich eine "Karriere" als Krimineller ausgemalt: "Du hast das schnelle Geld, die Party und ein Machtgefühl gegenüber anderen", beschrieb er seine Erfahrungen.

Leeroy Matata spricht auf YouTube mit Mörder Henry-Oliver J.

Mit 22 sollte Henry-Oliver J. das erste Mal wegen Hehlerei ins Gefängnis

Seit dem siebten Lebensjahr war Henry-Oliver J. kriminell und rutschte im Laufe der Zeit immer tiefer in das organisierte Verbrechen ab.
Seit dem siebten Lebensjahr war Henry-Oliver J. kriminell und rutschte im Laufe der Zeit immer tiefer in das organisierte Verbrechen ab.  © Screenshot: YouTube/Leeroy will's wissen

Als Sechzehnjähriger habe er mitunter Geld im vierstelligen Bereich gemacht, weshalb auch die Schule nach der mittleren Reife - er hätte das Abitur machen können - für ihn irgendwann keinen Sinn mehr ergeben habe.

Stattdessen sei er immer tiefer in das organisierte Verbrechen abgerutscht, aus dem es ab einem gewissen Level kaum noch einen freiwilligen Ausstieg gebe, wie der 50-Jährige zu bedenken gab.

"Kriminalität endet immer nur auf zwei Arten: Entweder im Glücksfall im Gefängnis oder auf dem Friedhof! Viele, mit denen ich groß geworden bin, sind tot oder sitzen immer noch. Das ist die Realität", verdeutlichte Henry-Oliver.

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Er selbst sei mit 22 das erste Mal erwischt worden und sollte für Hehlerei sieben Jahre ins Gefängnis gehen. "Dann habe ich mich da mit einem Anwalt rausgeredet und am Ende ist da eine kleine Geldstraße bei rausgekommen", erzählte er weiter.

Durch diesen "Sieg" sei er weiter darin bestärkt worden, seinen Weg weiterzugehen und kriminell zu bleiben. Bis sich für ihn im Jahr 1995 mit Mitte 20 alles verändert habe.

Henry-Oliver J. saß wegen Mordes 19 Jahre im Hochsicherheitsgefängnis

Im Jahr 1995 erschoss er einen Menschen und verletzte einen anderen schwer. Dafür saß er 19 Jahre im Hochsicherheitsgefängnis.
Im Jahr 1995 erschoss er einen Menschen und verletzte einen anderen schwer. Dafür saß er 19 Jahre im Hochsicherheitsgefängnis.  © Screenshot: YouTube/Leeroy will's wissen

"Es ging um Geld. Ich war hoch narzisstisch veranlagt und habe dann die Entscheidung getroffen: 'Nee, mit mir macht man sowas nicht'", beschrieb er den Fall, der ihn schließlich doch ins Gefängnis brachte.

Also habe er sich mit seinen Peinigern getroffen, den einen erschossen und den anderen schwer verletzt! "Kurz darauf bin ich endlich verhaftet worden und saß 19 Jahre im Gefängnis", führte der 50-Jährige weiter aus.

Auch hinter Gittern habe sich zunächst wenig geändert und Henry-Oliver weiterhin Gewalt angewendet. "Mir war mein Leben egal", machte er im Gespräch mit Leeroy klar.

Irgendwann habe jedoch ein Umdenken bei ihm stattgefunden und er begann, sich an die Regeln zu halten. Im Laufe der Zeit sei sogar der Wunsch bei ihm aufgekommen, Präventionsarbeit zu leisten.

"Ich bin definitiv ein anderer Mensch als damals", unterstrich der 50-Jährige. Mittlerweile werde er sogar von Schulen angefragt, um die junge Generation aufzuklären und von einem kriminellen Leben abzubringen. "Ich möchte etwas verändern", erklärte der verurteilte Mörder abschließend.

Titelfoto: Screenshot: YouTube/Leeroy will's wissen

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