Bayreuth-Premiere: Festspiele zeigen gegen Wagners Willen die Lieblingsoper von Hitler

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Von Christine Cornelius

Bayreuth - Mit einem Festakt und Musik von Beethoven feiern die Bayreuther Festspiele ihr Gründungsjubiläum: Vor 150 Jahren veranstaltete der Komponist Richard Wagner (1813-1883) zum ersten Mal sein heute weltbekanntes Opern-Festival.

Vor 150 Jahren feierte Richard Wagner zum ersten Mal sein heute weltbekanntes Opern-Festival.
Vor 150 Jahren feierte Richard Wagner zum ersten Mal sein heute weltbekanntes Opern-Festival.  © Daniel Karmann/dpa

Am Samstag, 18 Uhr, wird es deshalb zum Festspielauftakt keine Operninszenierung geben. Das Orchester spielt unter der Leitung von Christian Thielemann (67) Beethovens 9. Symphonie. 

Sie erklang auch zur Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses am 22. Mai 1872 - damals dirigiert von Wagner selbst im Markgräflichen Opernhaus.

Wagners Urenkelin Nike Wagner (81), langjährige Chefin des Kunstfestes Weimar und des Beethovenfests Bonn, wird den Festvortrag halten. 

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Traditionell rollt die Stadt Bayreuth zum Festivalstart den roten Teppich für prominente Gäste aus - in diesem Jahr wird erneut Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) erwartet.

Die frühere Kanzlerin Angela Merkel (72, CDU), eine Anhängerin von Wagners Werk, hat nach Angaben der Stadt ebenso zugesagt wie Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) und Forschungsministerin Dorothee Bär (48, CSU). 

Absolutes Novum: eine "Rienzi"-Premiere

Regisseurin Alexandra Szemerédy (r.) und ihre Kollegin Magdolna Parditka bringen "Rienzi" auf die Bühne. Die beiden sehen in dem Werk laut eigener Aussage ein "Mahnmal".
Regisseurin Alexandra Szemerédy (r.) und ihre Kollegin Magdolna Parditka bringen "Rienzi" auf die Bühne. Die beiden sehen in dem Werk laut eigener Aussage ein "Mahnmal".  © Daniel Karmann/dpa

Außerdem haben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU), die frühere Grünen-Chefin Ricarda Lang (32) und der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Cem Özdemir (60, Grüne), die Einladung angenommen.

Inhaltlich spannender wird es dann am Sonntag: Dann feiert die erste Neuinszenierung der Saison Premiere. Das Wagner-Frühwerk "Rienzi" wird zum ersten Mal überhaupt im Festspielhaus aufgeführt.

Dafür musste eigens die Zustimmung des Stiftungsrates der Festspiele eingeholt werden. Denn eigentlich wollte Komponist Wagner selbst seine 1842 uraufgeführte frühe Oper, die er "Ungethüm" und "Schreihals" nannte, nicht im Festspiel-Repertoire wissen. 

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Die Entscheidung ist nicht unumstritten. "Rienzi" ist Wagners dritte Oper und war einst sein größter Erfolg. Sie erzählt von Aufstieg und Fall des römischen Volkstribuns Cola di Rienzo, der die Macht der herrschenden Klasse brechen will - und dann am eigenen Größenwahn zugrunde geht. 

Die Oper soll den jungen Adolf Hitler, der später als Wagner-Fan ein und aus ging in Bayreuth, inspiriert haben, als er sie als Teenager zum ersten Mal in Linz sah.

"In jener Stunde begann es...", soll er damals gesagt haben. Die "Rienzi"-Ouvertüre eröffnete stets die Reichsparteitage der NSDAP

Titelfoto: Montage: Daniel Karmann/dpa (2)

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