Königlicher Besuch in Halle: "Prinzen" geben ein ganz besonderes Konzert

Halle (Saale) - Ein Konzert, eine Studie, ein Ziel: die Vermeidung eines erneuten Lockdowns. Am Montagabend hatte die Band "Die Prinzen" im Steintor-Varieté in Halle einen nicht ganz so "normalen" Auftritt.

Hinter den Prinzen stecken Jens Sembdner (57, l.), Sebastian Krumbiegel (57, 2.v.l.), Tobias Künzel (59, M.), Henri Schmidt (56, 2.v.r.), Wolfgang Lenk (57, r.) sowie Ali Zieme (52) und Mathias Dietrich (59).
Hinter den Prinzen stecken Jens Sembdner (57, l.), Sebastian Krumbiegel (57, 2.v.l.), Tobias Künzel (59, M.), Henri Schmidt (56, 2.v.r.), Wolfgang Lenk (57, r.) sowie Ali Zieme (52) und Mathias Dietrich (59).  © Nico Schimmelpfennig

Seit 33 Jahren gibt es die Band aus Leipzig nun schon. Mit Songs wie "Alles nur geklaut" oder "Millionär" gingen sie in Deutschland durch die Decke.

Nach drei Monaten Bühnenpause sind sie wieder zurück und ihr erstes Konzert im Jahr 2024 sollte gleich etwas Besonderes sein.

Die Prinzen waren nämlich Teil einer Studie der Uni Halle. Hierbei ging es darum, das Infektionsrisiko bei Großveranstaltungen zu untersuchen.

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Wie das geht? Alle Konzertbesucher bekamen einen sogenannten "Bewegungs-Tracer" um den Hals, der ihre Kontakte zu anderen Personen gemessen hat. Im mittlerweile schon dritten Durchlauf der Studie lag der Fokus auf dem Vergleich zwischen Steh- und Sitzplätzen.

Die Meinungen des Publikums über diese Aktion waren jedoch gemischt.

Annegret (l)., Pauline (M.) und Sabine (r.) arbeiten am Universitätsklinikum Halle. Sie haben eine Info-Mail erhalten und beschlossen, gemeinsam mit ihrem Freund Jonathan aufs Konzert zu gehen. Die Studie erscheint ihnen interessant, besonders der Vergleich zwischen der Anzahl der Kontakte auf Steh- und Sitzplätzen.
Annegret (l)., Pauline (M.) und Sabine (r.) arbeiten am Universitätsklinikum Halle. Sie haben eine Info-Mail erhalten und beschlossen, gemeinsam mit ihrem Freund Jonathan aufs Konzert zu gehen. Die Studie erscheint ihnen interessant, besonders der Vergleich zwischen der Anzahl der Kontakte auf Steh- und Sitzplätzen.  © Nico Schimmelpfennig

Die Prinzen in Halle: "Es gab auch Gewalt"

Am Einlass bekam jeder Gast einen "Bewegungs-Tracer" umgehangen. Dieser musste am Ende des Konzertes wieder abgegeben werden.
Am Einlass bekam jeder Gast einen "Bewegungs-Tracer" umgehangen. Dieser musste am Ende des Konzertes wieder abgegeben werden.  © Nico Schimmelpfennig

In einem Punkt waren sich jedoch alle einig. Sie sind in erster Linie wegen der Prinzen da.

Und was das angeht, bekamen sie auch einiges geboten. Neben einer Diashow mit Kindheits- und Jugendbildern der sieben Bandmitglieder konnten sich die Zuschauer auf mehrere Outfit-Wechsel und eine bunte Mischung ihrer Hits freuen.

Barbara (74) ist Prinzen-Fan seit der ersten Stunde. Natürlich konnte sie sich das Konzert nicht entgehen lassen. Dem Tracer um ihrem Hals steht sie jedoch skeptisch gegenüber: "Ich kann mir nicht vorstellen, was das bringen soll", erklärt sie TAG24.

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Kerstin und Susanne (Mutter und Tochter) sehen das anders. Sie finden es gut, weiter an dem Thema dranzubleiben, auch wenn wir aktuell keine Einschränkungen haben.

Das Sozialleben sei wichtig und es solle auch in Zukunft nicht wieder so zum Erliegen kommen, finden die beiden.

Sebastian Krumbiegel ist von Anfang an dabei, schon als die Prinzen noch "Herzbuben" hießen.
Sebastian Krumbiegel ist von Anfang an dabei, schon als die Prinzen noch "Herzbuben" hießen.  © Nico Schimmelpfennig

Die Auswahl der Songs fürs Konzert fiel der Gruppe übrigens nicht leicht, denn mit der Zeit haben sie über 140 Lieder produziert. "Es gab auch Gewalt", erzählen die Prinzen scherzhaft auf der Bühne. Ein Glück konnten sie sich am Ende doch noch einigen.

Titelfoto: Bildmontage: Nico Schimmelpfennig

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