Rapperin Badmómzjay über Depression und Angststörung: "Ich bin ein Freak"
Berlin - Rapperin Badmómzjay (23) spricht über ihre psychische Gesundheit und darüber, wie Humor und ein ganz bestimmter Comedian ihr in schweren Phasen helfen.
Im Podcast "Zeitgeist" mit Aria Nejati spricht die Künstlerin aus Brandenburg an der Havel offen über Depressionen und eine Angststörung, die sie seit ihrer Kindheit begleiten. Bereits mit zehn Jahren kam sie deshalb in eine Klinik. Damals habe sie ihre Situation nicht verstanden. Sie habe nur gewusst: "Ich habe vor allem Angst - aber ich wusste gar nicht, warum."
Diese Unsicherheit habe sie lange geprägt. Auch der Umgang mit anderen Menschen sei dadurch schwierig gewesen. "Ich nehme jeden wahr und werde dann emotional. Ich weiß dann nicht mehr, wo links und rechts ist", erklärt die 23-Jährige. Nähe sei für sie deshalb oft eine Belastung gewesen.
Lange habe sie sich mit ihren Gefühlen allein gefühlt und den Gedanken gehabt: "Ich bin ein Freak." Erst später, als sie im Internet auf andere Betroffene stieß, habe sich ihr Blick verändert. Heute möchte sie ihre Erfahrungen weitergeben:
"Ich möchte dieser Mensch für Leute sein, die sehen, die fühlt genauso - und hat es auch geschafft."
Der Weg dahin war jedoch alles andere als einfach. Selbst auf der Bühne, wo sie eigentlich Sicherheit ausstrahlt, holen sie ihre Ängste ein. Während ihrer zweiten Tour habe sie schwierige Phasen erlebt, bei denen sie auf der Bühne unter Schwindelanfällen litt.
"Es ist schon schwer, wenn man dann noch in so einer Situation ist, wo man krass performen muss", gibt die Rapperin zu.
Badmómzjay hilft Therapie und Humor gegen ihre Depression
Seit zwei Jahren ist Badmómzjay, bürgerlich Josy Napieray, in Therapie. Ein Schritt, vor dem sie große Angst hatte. "Ich dachte: 'Jetzt ist mein Britney-Spears-Moment'", erinnert sie sich. Heute freut sich die mehrfache Award-Gewinnerin auf jede Sitzung.
Trotz Fortschritten bleibt der Umgang mit der Erkrankung eine dauerhafte Herausforderung. Nach außen funktioniere sie, doch innerlich koste es viel Kraft.
"Ich kann alles machen und ich zwinge mich auch dazu, weil bei mir wird es noch schlimmer, wenn ich nichts mache."
Heute spricht sie eher von depressiven Phasen, auch wenn die Angst bleibt, dass die Depressionen nie ganz verschwinden könnten.
Neben der Therapie gibt ihr vor allem Humor Halt. Besonders der Podcast von Felix Lobrecht (37) und Tommi Schmitt (37) begleite sie durch schwierige Zeiten.
Wenn es ihr sehr schlecht geht, schaut sie zudem die Netflix-Shows von Felix Lobrecht in Dauerschleife. "Ich habe die 38-mal gesehen. Ich lache jedes Mal und immer, wenn es mir schlecht geht, gucke ich das."
Titelfoto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

