200 Seiten Liebesbrief an FC Bayern: Ex-MTV-Mann Kavka schreibt über seine Fan-Karriere
München - Ab dem heutigen Donnerstag ist "FC Bayern München – Eine Liebeserklärung" im Buchhandel. Verantwortlich für die Lobeshymne mit musikalischen Eckpfeilern ist die einstige VIVA- und MTV-Ikone und heutiger Podcaster und Radio-Moderator Markus Kavka (58). TAG24 durfte die gut 200 Seiten vorab lesen.
Im Interview mit TAG24 musste Kavka selbst einräumen, dass man seinen Herzensverein natürlich hassen kann.
Er widmet sein erstes Kapitel auch den sich ständig wiederholenden Floskeln. Von "Bayern-Dusel" bis "Söldnertruppe" - und er versucht, damit aufzuräumen.
Das Besondere an dieser biografischen Abhandlung seiner Fan-Karriere – nach der medizinisch gescheiterten Hoffnung, selbst Profi zu werden – ist die Aufteilung der Chronologie.
Ereignisse und besondere Spieler-Phasen stehen unter der Überschrift musikalischer Werke. "Gute Freunde kann niemand trennen" (die 1970er), "Supersonic" (Mehmet Scholl) oder "Seven Nation Army" (Bastian Schweinsteiger und die 2010er) heißen die Kapitel.
Das Buch ist – wie Liebeserklärungen es an sich haben – sehr persönlich. Natürlich feiert man seinen Lieblingsverein ab. Freud und Leid werden einfach und locker beschrieben und die einzelnen Abschnitte wecken zahlreiche Erinnerungen. Die Zeitreise sorgt auch immer wieder für "Ach ja, den gab's ja auch noch"-Momente.
Kavka erzählt von gemeinsamen Momenten mit seinem Vater oder Freunden. Und wie man als Goth in einem Fanblock behandelt wurde. Oder mit Bayern-Outfit in der Schule.
Als Goth im Fanblock: Höhen und Tiefen abseits des Rasens
Beim Fazit über das Buch muss man deutlich abwägen. Für Fans und Anhänger – egal ob von Kavka selbst oder dem FC Bayern – ist die anekdotische Reise in die Vergangenheit eine solide 9/10.
Man bekommt genau das, was man erwartet und sich erhofft.
Für Fußball-Fans allgemein oder Hater pendelt es – je nach Ausprägung – zwischen 5 und 7. Auch wenn der Autor versucht, die Geschichten um sich zu strukturieren, ist der FC Bayern wie in der Bundesliga: viel zu dominant.
Über allem schwebt – so ehrlich muss man sein – der Verein. Aber wann hat man schon mal die Gelegenheit zu sagen: "Also ich habe ab Wochenende ja Kavka gelesen, und du?" Und das bei einem so entspannten Inhalt.
Wie bei seinen beiden großen Leidenschaften zeigt Kavka auch in seinem Buch in Sachen Abschiedsworten seine Treue: "Hamma wieder was gelernt. Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit, auf Wiedersehen."
Von "König Boris" Lauterbach gibt es übrigens das Pendant "FC St. Pauli – Eine Liebeserklärung". Die Ultras beider Lager dürfte das also doppelt freuen.
Titelfoto: Montage: Ullstein + Marco Schimpfhauser

