Hamburg - Mehr als zwei Jahre lang hielt sich der ehemalige Tagesschausprecher aus Vorsicht zurück. Jetzt will Constantin Schreiber (46) sein Schweigen brechen und wieder über den Islam sprechen.
Nach seinem Bestseller "Inside Islam" und der ARD-Reihe "Moscheereport" wurde Schreiber zum Ziel zahlreicher Drohungen, bei einer Lesung an der Universität Jena schmierte ihm ein unbekannter Mann gar eine Torte ins Gesicht.
Um sich und seine Familie zu schützen, kündigte er 2023 an, sich nicht mehr öffentlich zum Islam zu äußern.
"Angriffe, Unterstellungen und die permanente Zuschreibung von Motiven zeigten irgendwann Wirkung. Man fängt an, jedes Wort dreimal umzudrehen. Man wägt ab, zögert. Und irgendwann fragt man sich: Lohnt sich das noch?", schrieb der Journalist am Dienstag zu einem Instagram-Post.
"Ich habe mir damals Schweigen selbst auferlegt. Aus Vorsicht. Aus dem Wunsch heraus, Debatten nicht weiter zu verhärten. Aus Ratlosigkeit, wohin all das führt", so Schreiber.
Er habe daher lange geschwiegen, doch das sei keine Lösung.
"Das ist nicht richtig. Und deswegen spreche ich am 19. März in Berlin in meiner Late Night über den Islam", kündigte der 46-Jährige an.
Constantin Schreiber will ohne Angst über den Islam reden
Zu diesem Entschluss sei er nach vielen Gesprächen, "viel Nachdenken und Abstand" gekommen.
"Wir dürfen uns nicht abgewöhnen, über schwierige Themen zu sprechen. Auch nicht über Islam. Und erst recht nicht über Islamismus. Nicht mit Angst. Nicht mit Sprachverboten. Nicht mit moralischem Druck", so der zweifache Vater.
Der Kern der Freiheit liege darin, Fragen stellen, kritisieren und differenzieren zu dürfen.
"Dass wir Dinge benennen dürfen – ohne sofort in Schubladen gesteckt zu werden. Mir geht es dabei nie um Pauschalisierungen. Ich will diese Debatten im Geist der Aufklärung führen. Mit Respekt vor religiösem Glauben – und mit klarer Haltung gegenüber politischem Extremismus", sagte der 46-Jährige.
Die Runde Mitte März soll mit Gästen und "unterschiedlichen Perspektiven", aber ohne Angst stattfinden.