Kay One bei Abou-Chaker-Prozess plötzlich von Erinnerungslücken geplagt: "Die waren sauer..."

Berlin - Als weiterer Musiker ist Rapper Kay One (37) im Prozess gegen den früheren Geschäftspartner von Bushido als Zeuge befragt worden. Er habe Bushido und dessen damaligen Manager von 2007 bis etwa 2012 erlebt.

Kay One (37) sagte im Prozess gegen Bushidos früheren Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker aus, konnte sich aber nicht mehr an alles erinnern.
Kay One (37) sagte im Prozess gegen Bushidos früheren Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker aus, konnte sich aber nicht mehr an alles erinnern.  © Joerg Carstensen/dpa

"Zu der Zeit waren sie die besten Freunde", schilderte der aus München angereiste Musiker am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht. "Wir waren eine Clique", sagte Kay One. Es sei auch nie zu "wirklichen Handgreiflichkeiten" gekommen. Allerdings sei seine Erinnerung verblasst - "es ist zehn Jahre her", so der Zeuge.

Es geht in dem seit August 2020 laufenden Prozess um mutmaßliche Straftaten zum Nachteil von Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Ferchichi. Die Anklage gegen Arafat Abou-Chaker, einen Berliner Clanchef, und drei seiner Brüder lautet auf Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung, gefährliche Körperverletzung und Beleidigung.

Bushido ist Nebenkläger und Zeuge in dem Verfahren. Nach seiner Darstellung sollen sein langjähriger Geschäftspartner und dessen Brüder ihn am 18. Januar 2018 in einem Büro eingesperrt, beschimpft, bedroht und verletzt haben. Arafat habe unberechtigte Zahlungen verlangt.

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Rapper Kay One, mit bürgerlichem Namen Kenneth Brodowski, wurde am inzwischen 72. Prozesstag vernommen. Er sei 2007 nach Berlin gezogen und habe einen Vertrag mit dem Label von Bushido geschlossen, sagte er.

Kay One hat mit Bushido Frieden geschlossen

Kay One bezeichnete das Verhältnis zu Clanchef Arafat Abou-Chaker (46, l.) als freundschaftlich.
Kay One bezeichnete das Verhältnis zu Clanchef Arafat Abou-Chaker (46, l.) als freundschaftlich.  © Matthias Balk/dpa, Carsten Koall/dpa

Als dieser auslief, habe er ihn nicht verlängern wollen. "Weil ich mich nicht mehr so verstanden habe mit Bushido." Zwar sei später behauptet worden, er sei aus Angst vor Arafat Abou-Chaker geflohen, "aber ich hatte nie Angst".

In ihrer "Clique" habe es keine Gewalt gegeben. "Ich bin nie verprügelt worden", erklärte Kay One. Die Anklägerin konfrontierte ihn mit Angaben bei der Polizei.

Demnach schilderte der Rapper im Oktober 2013 eine Attacke mit einem Baseballschläger durch den Clan-Chef. Nun erklärte Kay One: "Die waren sauer, es gab auch Stress, aber ich kann mich nicht erinnern."

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Er sei damals mit Arafat befreundet gewesen. Auf Nachfragen räumte er ein, dass er sich bei einem Vertragsgespräch mit dem heute 46-Jährigen "eingeschüchtert" gefühlt habe.

Kay One und Bushido hatten sich nach ihrer Trennung über Jahre hinweg in sozialen Netzwerken und in Songs gegenseitig beleidigt. Sie hätten allerdings vor einiger Zeit telefoniert und den Streit beendet, erklärte der Zeuge. Er habe zu seinem einstigen Freund gesagt: "Es ist alles so lange her, lass uns neutral sein." Der Prozess wird am 27. Juni fortgesetzt.

Titelfoto: Joerg Carstensen/dpa

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