Berlin - Nach den schweren Vorwürfen von Collien Fernandes (44) gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen (50) soll dieser sich in einem Interview zu diesen geäußert haben. Doch die Zitate gab der Schauspieler am Ende doch nicht frei.
Die "Zeit" berichtete unter der Überschrift "Herr Ulmen möchte nun doch nicht", dass man rund fünf Stunden mit dem 50-Jährigen und zusätzlich zweieinhalb Stunden mit seinem Anwalt Christian Schertz (60) gesprochen habe.
Es sei vereinbart gewesen, dass die Aussagen vor einer Veröffentlichung freigegeben werden müssten. Am Ende kam es dann offenbar zu einem Rückzieher.
In einem Instagram-Beitrag erklärt die "Zeit" dazu: "Wir haben Christian Ulmen konfrontiert, den mutmaßlichen Täter. Wir haben ihn besucht - aber seine Worte dürfen wir nicht dokumentieren. Wir trafen ihn Ende März mit seinem Anwalt, dem Berliner Medienrechtler Christian Schertz, auf Mallorca, wo Ulmen lebt. Fünf Stunden lang sprachen wir mit dem Schauspieler, fragten ihn, was er da bloß getan habe."
Ulmen habe "umfassende Antworten" gegeben. Danach habe es eine langwierige Auseinandersetzung über einzelne Formulierungen gegeben. "Und Ulmen und Schertz haben letztlich alle Zitate wieder kassiert."
Der Hintergrund des Falls ist bekannt: Fernandes wirft ihrem Ex-Partner vor, mutmaßlich Fake-Profile im Internet angelegt und pornografische Inhalte verbreitet zu haben, die den Eindruck erweckten, sie selbst sei darauf zu sehen.
Ermittlungen gegen Christian Ulmen
Mit ihren Vorwürfen ging sie erstmals im März 2026 an die Öffentlichkeit. Seitdem wird in Deutschland breiter über digitale Gewalt, Identitätsmissbrauch und rechtliche Lücken diskutiert.
Auch die politische und gesellschaftliche Reaktion blieb nicht aus. Tausende Menschen gingen auf die Straße, um Fernandes und andere Betroffene zu unterstützen und auf den Handlungsbedarf aufmerksam zu machen.
Inzwischen bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam, dass nach einer Anzeige Fernandes' gegen Christian Ulmen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.
Nach Prüfung der vorgelegten Informationen sei ein Anfangsverdacht wegen des Vorwurfs der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt begründet worden. Dabei gehe es um mehrere Vorfälle, die sich 2022 und 2023 in Spanien ereignet haben sollen. Vorwürfe digitaler Gewalt würden weiter geprüft.
Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.