München - Uschi Glas (81) hat ihre politische Haltung stets offen vertreten, engagiert sich klar gegen Antisemitismus und unterstützte in der Vergangenheit öffentlich die CSU. Dieser Kurs blieb jedoch nicht unumstritten.
In der ARD-Talkshow "maischberger" erzählte die Schauspielerin von ihrem Karriere-Beginn. Zu diesem Zeitpunkt war Glas' Nähe zur CSU nicht gerne gesehen.
"Die 68er waren alles andere als in der Mitte, die waren politisch ganz schön links", so die 81-Jährige. Auch vonseiten der Filmbranche wurde sie unter Druck gesetzt, Kolleginnen oder Kollegen hätten ihr gedroht, sie beruflich auszuschließen, wenn sie nicht deren politische Haltung übernimmt: "Die haben mich tatsächlich bedroht. Die haben gesagt: 'Du bist entweder bei uns oder du bist draußen.'"
Weil Uschi Glas maßgeblich zum Erfolg des deutschen Films beigetragen habe, sei aus der Branche der Versuch unternommen worden, sie politisch auf Linie zu bringen.
Doch Glas blieb unbeirrbar und hielt an ihren konservativen Überzeugungen fest. Unmissverständlich machte sie klar: "Ich teile eure Ansichten nicht." Diese Haltung kostete sie Ende der 1960er-Jahre spürbar an Popularität.
Ein Szenario aus dieser Zeit blieb der 81-Jährigen besonders im Gedächtnis und verletzte sie: "Ich wurde ja auch ausgebuht. Ich werde es nie vergessen, wie ich in München mit einer Freundin in ein Lokal ging. Plötzlich buhten die Leute und ich dachte: 'Wer kommt denn da?', schaute mich um, und hinter mir war niemand. Also war ich gemeint."
Dieses Verhalten habe Glas "schon wehgetan". Doch kleinkriegen lassen wollte sie sich definitiv nicht. "Ich hab mir gedacht: 'Was seid ihr für Kleinkarierte?' Also wenn ihr alle einer Meinung seid und da ist eine, die eine andere Meinung hat, also damit kann man eigentlich leben. Vor allem in einer Demokratie."
Uschi Glas wurde ausgebuht wegen Franz Josef Strauß
Im Dezember 2024 teilte Uschi Glas Momente mit dem einstigen CSU-Vorsitzenden und ehemaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (†73): "Es war damals so, [viele Menschen, d. R.] empfanden Strauß als ein No-Go. [...] Es gab dann Streit. Dann war ich auf dem Deutschen Filmball in München und saß neben Strauß."
Weiter erzählte die Schauspielerin: "Dann wurde ich dafür ausgebuht, weil ich eben die Freundin von Strauß war oder den gut fand. Ich fand das lächerlich. Es war damals generell eine schlimme Situation."