"Einbrüche auf Bestellung", Abhören privater Gespräche: Hugh Grant klagt gegen Boulevardblatt!

London - Hollywood-Star Hugh Grant (62) geht vor Gericht gegen das britische Boulevardblatt "The Sun" vor. Die Liste der Vorwürfe liest sich dabei wie das Einmaleins aus einem Spionage-Film: aufgebrochene Wohnungen, angezapfte Telefone, Peilsender am Auto - und das alles, für Informationen über das Privatleben des Schauspielers. Die Zeitung weist die Vorwürfe zurück und will einen Prozess verhindern.

Hugh Grant erschien diese Woche vor Gericht in London.
Hugh Grant erschien diese Woche vor Gericht in London.  © James Manning/PA Wire/dpa

Wie unter anderem Sky News und der Guardian berichteten, erschien der 62-Jährige am Donnerstag zu einer ersten Anhörung vor Gericht in London. Dort erklärte er, seine Klage gegen die Sun bzw. den Verlag der Zeitung, NGN, beziehe sich auf "rechtswidrige Handlungen, die von der Sun begangen wurden."

Darunter würden "Einbrüche auf Bestellung, das Eindringen in Privateigentum, um durch Abhören private Informationen zu erhalten, das Abhören von Festnetzanschlüssen, Telefon-Hacking und der Einsatz von Privatdetektiven" zählen.

Grant berichtete in deiner Zeugenaussage von einem Einbruch in seine Londoner Wohnung im Jahr 2011. Damals wurde die Eingangstür aus ihren Angeln gehoben, aber gestohlen wurde nichts. Am Tag darauf sei in der Sun ein detaillierter Artikel über das Innere der Wohnung erschienen - einschließlich angeblicher Anzeichen eines häuslichen Streits!

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Zu diesem Zeitpunkt war der Schauspieler selbst noch vollkommen im Dunkeln darüber, was auf seinem Grundstück passiert ist. "Ich hatte damals keine Beweise dafür, dass dieser Einbruch auf Anweisung der Presse, geschweige denn der Sun, verübt oder in Auftrag gegeben wurde", so der Brite.

Dies sei nun anders. Denn wie Grant weiter erzählte, hätte er jetzt erstmalig stichhaltige Beweise dafür erhalten, dass das Boulevardblatt ihn und Menschen in seinem Umfeld gezielt im Visier hatte.

"The Sun" im Kreuzfeuer: Klagen von Hugh Grant und Prinz Harry!

Auch Prinz Harry hat nicht das beste Verhältnis zur britischen Boulevardpresse.
Auch Prinz Harry hat nicht das beste Verhältnis zur britischen Boulevardpresse.  © DANIEL LEAL/AFP

Herausgefunden haben soll dies der Privatdetektiv Gavin Burrows, den Grant eigens engagierte. Die Informationen umfassen demnach angeblich Rechnungen und Zahlungen von Privatdetektiven. Dies sei allerdings erst im vergangenen Jahr passiert, weshalb die Klage erst jetzt vor Gericht kommt.

Der wohl schockierendste Vorwurf in Grants Klage geht auf angebliche Aktivitäten der Zeitung aus den 2000er Jahren zurück. Damals seien angeblich Privatdetektive von Redakteuren beauftragt worden, in zwei Häuser des Schauspielers einzubrechen, die mit seiner Produktionsfirma und seiner Ex-Freundin Liz Hurley (57) in Verbindung stehen.

Grant behauptet, dass diese Einbrüche mit "Wissen und Billigung von Rebekah Brooks, die damals Redakteurin der Sun war", durchgeführt wurden.

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Die Klage wird zusammen mit einer ähnlichen Klage von Prinz Harry (38) behandelt. Der Herzog von Sussex verklagt NGN wegen angeblich unrechtmäßiger Informationsbeschaffung.

Die Muttergesellschaft der Sun, die "Rupert Murdochs News Group Newspapers", weißt bislang alle Vorwürfe zurück und behauptet felsenfest, dass es bei der Sun nie illegales Verhalten gegeben habe.

Nicht die erste Klage: "Betrachten sich eindeutig als über dem Gesetz stehend"

Über die Beziehung zwischen Schauspielerin Liz Hurley und dem Frauenschwarm Grant wollte die Klatschpresse alles wissen. Egal mit welchen Mitteln...
Über die Beziehung zwischen Schauspielerin Liz Hurley und dem Frauenschwarm Grant wollte die Klatschpresse alles wissen. Egal mit welchen Mitteln...  © Sinead Lynch/AFP

Dagegen spricht jedoch ein weiterer Rechtsfall, bei dem Grant bereits 2012 finanzielle Entschädigung von dem Verlag bzw. der mittlerweile aufgelösten Zeitung "News World" erhalten hatte. Auch bei dieser separaten Klage lauteten die Vorwürfe unter anderem auf Telefon-Hacking.

Grant beendete seine Zeugenaussage vor dem Londoner High Court mit den Worten: "Ich habe viel Zeit in meine Kampagnenarbeit für eine bessere und ethische Presse investiert ... der Beschuldigte betrachtet sich eindeutig als über dem Gesetz stehend und benutzt das Gesetz jetzt auf eine Weise, die meiner Meinung nach nie beabsichtigt war, nämlich um seine Taten weiter zu vertuschen und zu verbergen."

Der Brite sei der festen Überzeugung, dass derartige Taten ans Licht gebracht und zukünftig verhindert werden müssten.

Ein Richter muss nun entscheiden, ob es zu einem Prozess kommt. Sollte dem so sein, ist damit zu rechnen, dass die Verhandlungen im Januar 2024 starten.

Titelfoto: James Manning/PA Wire/dpa

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