Berlin - Der Schauspieler Aram Arami (33, "Fack ju Göhte") hat in seiner Jugend in Berlin-Lichtenberg Diskriminierung erlebt.
"Bestimmte Bereiche des Berliner Stadtteils Lichtenberg, in dem ich aufwuchs, schienen mir aufgrund meines Aussehens oder meiner Herkunft nicht zugänglich zu sein", sagte Arami der "Berliner Zeitung" und setzte hinterher: "Das wurde mir so vermittelt, und ich habe es zunächst akzeptiert."
Der Hauptdarsteller im neuen ARD-Saarlandkrimi erklärte weiter, er habe lange geglaubt, selbst das Problem zu sein. "Früher dachte ich noch, ich selbst sei das Problem. Heute weiß ich: Das ist nicht so", erklärte der 33-Jährige dazu.
Besonders wichtig sei für ihn die Erkenntnis gewesen, "dass ich Diskriminierung nicht einfach hinnehmen muss".
Der in der kurdischen Region des Irak geborene Schauspieler floh Mitte der 1990er-Jahre mit seiner Familie nach Deutschland und lebte zunächst in einem Asylheim in Berlin-Neukölln. Bekannt wurde Arami unter anderem durch die Filme "Fack ju Göhte", "Die Drei von der Müllabfuhr" und die Fernsehserie "Der Lehrer".
"Fack ju Göhte"-Star Aram Arami kann nichts mit Spandau anfangen
Mit Blick auf seine Kindheit erinnerte sich Arami zugleich an ein starkes Gemeinschaftsgefühl. "Irgendwie saßen wir alle im selben Boot und versuchten gemeinsam, eine gute Zeit zu haben", verriet er über das Jahr im Asylheim.
Auf die Frage, was sein Lieblingsstadtteil sei, nannte Amarit Mitte: "Da hat man von allem etwas: Citylife, etwas Natur, aber auch gute Bars und Clubs."
Auch der schlimmste Bezirk stehe für ihn fest: "Spandau. Nichts gegen Spandau, aber irgendwie gehört das nicht mehr zu Berlin. Berliner werden wissen, was ich meine."
Hintergrund: Teile Lichtenbergs galten über Jahre als Schwerpunkt der rechtsextremen Szene in Berlin. Besonders der Bereich rund um die Weitlingstraße wurde immer wieder mit rechten Strukturen in Verbindung gebracht.