Felix Lobrecht poltert gegen SPD-Mann Steffen Krach: "Wie weltfremd kann man denn sein?"

Berlin - Felix Lobrecht (37) hält mit politischen Meinungen selten hinterm Berg. Diesmal trifft es Steffen Krach (47). In der aktuellen Ausgabe von "Gemischtes Hack" geht der Comedian hart mit dem SPD-Spitzenkandidaten für die Berlin-Wahl ins Gericht.

Felix Lobrecht (37) rechnete bei "Gemischtes Hack" mit dem SPD-Spitzenkandidaten für Berlin ab.  © Jens Kalaene/dpa

Auslöser ist ein Interview Krachs bei "Jung & Naiv". Rund zwei Stunden lang sprach der SPD-Politiker dort mit Tilo Jung (40) über Berlin: über Sicherheit und Kriminalität, Drogen, Nahverkehr, Wohnungsnot und die Verantwortung seiner eigenen Partei.

Für den Stand-up-Comedian ist der Auftritt offenbar schwer auszuhalten. Die Episodenbeschreibung selbst kündigt bereits "Brandreden zu Krach" an.

Einer der Auslöser ist das Thema Drogen. Krach offenbarte Jung: "Ich habe noch nie gekifft!" Er verwies zugleich darauf, dass seine Mutter jahrzehntelang in einer Drogenberatungsstelle gearbeitet habe. Im weiteren Gespräch äußerte er sich klar zu Freizeitkonsum, Drug Checking, Prävention und Unterstützung für Menschen mit Abhängigkeit.

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Lobrecht reicht das nicht. Er hält Krachs Blick auf den Konsum in Berlin trotzdem für viel zu weit entfernt von der Realität der Stadt. Bei seiner Kritik fragt er schließlich: "Wie weltfremd kann man denn sein?"

Noch mehr stört ihn Krachs Antwort auf die Frage nach gefährlichen U-Bahn-Linien. Der SPD-Politiker erzählte, dass er persönlich die Gefahr dort weniger wahrnehme, verwies auf seine Position als weißer heterosexueller Mann und berichtete anschließend von anderen Bevölkerungsgruppen, die sich unsicher fühlten.

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Felix Lobrecht liegt bei einem Vorwurf daneben

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (47) ist gebürtiger Hannoveraner.  © Christoph Gollnow/dpa

Lobrecht interpretiert die Formulierung als Versuch, mit politischen Schlagworten zu punkten, und wirft dem SPD-Kandidaten deshalb vor, an der Lebenswirklichkeit vieler Berliner vorbeizureden.

Sein vernichtendes Urteil: "Der hat diese Stadt überhaupt nicht verstanden." Allerdings: Krach nannte im Interview durchaus Maßnahmen - mehr Präsenz von Sicherheitsdiensten oder Polizei, bessere Beleuchtung und punktuell auch Videoüberwachung.

Im Laufe des Gesprächs redet sich Lobrecht, der gebürtig aus NRW kommt und mit vier Jahren nach Neukölln zog, in Rage. Auftritte wie der von Krach würden der AfD einen Bärendienst erweisen: "Was soll denn das, SPD? Was schickt Ihr uns denn da für einen Lappen?", donnert er ins Mikro.

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Einen Vorwurf muss man allerdings korrigieren: Lobrecht stellt es so dar, als sei Krach erst seit rund zehn Jahren mit Berlin verbunden. Tatsächlich zog der gebürtige Hannoveraner nach eigenen Angaben vor mehr als 20 Jahren als Student in die Hauptstadt. Ab 2002 studierte er an der FU, später arbeitete er jahrelang in Berliner Senatsverwaltungen. Von 2014 bis 2021 war er Staatssekretär.

An Lobrechts grundsätzlichem Knallhart-Urteil ändert das allerdings nichts: Der Comedian erzählt selbst, dass er die Sozialdemokraten immer wieder gewählt habe und sich anschließend immer wieder über sie ärgere.

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