Darum bereut Fler seinen größten Hit: "Ab jetzt nie wieder live"

Berlin - 2002 ist Fler (41) erstmals bei Aggro Berlin in Erscheinung getreten, damals noch als Frank White, und seitdem nicht mehr aus der deutschen Rap-Szene wegzudenken.

Die AfD-Fraktion Wuppertal hat eine Liedzeile aus dem Fler-Song "NDW 2005" aus dem Zusammenhang gerissen und für Werbezwecke verwendet.
Die AfD-Fraktion Wuppertal hat eine Liedzeile aus dem Fler-Song "NDW 2005" aus dem Zusammenhang gerissen und für Werbezwecke verwendet.  © Daniel Karmann/dpa

Seit 2004 wandelt der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Patrick Losensky heißt, mittlerweile auf Solopfaden und gleich seine zweite Single "NDW 2005" landete in den Top Ten - sein bislang größter Chart-Erfolg!

Und genau dieser Hit ist jetzt Stein des Anstoßes. In dem Lied aus dem Jahr 2005 rappt der Berliner auf dem Beat von Falcos (†40) Welthit "Rock Me Amadeus" unter anderem die Zeile "Das ist Schwarz-Rot-Gold: hart und stolz".

Diese Lyrics hat sich nun die AfD-Fraktion Wuppertal angeeignet und vollkommen aus dem eigentlichen Zusammenhang gerissen für einen Beitrag bei Twitter verwendet.

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"Das ist Schwarz-Rot-Gold - Hart und Stolz! Es ist wieder #Stolzmonat ! Wir feiern mit und schwenken gemeinsam unsere Farben", heißt es in dem Posting über dem Logo der Fraktion. (Rechtschreibung übernommen)

Das passt Fler, der den Tweet bei seinem Instagram-Account geteilt hat, ganz und gar nicht. "Werde den Song ab jetzt nie wieder live spielen", kündigte er im Kommentar zu seinem Beitrag an.

Fler beschwert sich bei Instagram über Vorgehen der AfD

YouTube-Video zum Fler-Hit "NDW 2005"

Fler bereut im Nachhinein seinen Hit "NDW 2005": "Hätte ich den Song mal nicht gemacht"

Fler (41) hat im Jahr 2005 mit "NDW 2005" seinen bislang größten Chart-Erfolg in Deutschland gelandet. (Archivfoto)
Fler (41) hat im Jahr 2005 mit "NDW 2005" seinen bislang größten Chart-Erfolg in Deutschland gelandet. (Archivfoto)  © Britta Pedersen/dpa

Es gebe einfach zu viele Spinner außerhalb der "Subkultur-Hiphop" die seinen Text für ihre Zwecke missbrauchen würden. "Hätte ich den Song mal nicht gemacht", bedauerte er im Nachhinein.

Von seinen Fans erhielt Losensky viel Unterstützung, auch wenn einige dem Künstler zu einem anderen Vorgehen raten würden.

"Ohne Scheiß. Ich würde die so wegklagen", empfahl ein User in der Kommentarspalte und ein anderer meinte: "Dass Du Dich von denen distanzierst, reicht aus kannst doch Du nix dafür wofür die Deinen Text verwenden". (Rechtschreibung übernommen)

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Ein dritter schlug vor, einfach zum musikalischen Gegenschlag auszuholen: "Schwarz-Rot-Gold = Nazi? Hör auf. 'Fremd im eigenen Land' 2.0 ... mach was und stell es klar", spielte der Nutzer auf das gleichnamige Lied der Hip-Hop-Combo Advanced Chemistry an, das 1995 auf Rassismus in Deutschland aufmerksam machte.

Gefeiert wird "NDW 2005" aber trotzdem weiterhin von den Fler-Fans: "Ohne diesen Song würde ich wahrscheinlich kein Rap und kein King Fler hören, der Track wird Nonstop gepumpt 🔥 unvergessen!", bemerkte ein Follower und ein anderer ergänzte: "War dennoch ein wichtiger Song für deutschen Hip-Hop!"

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa, Britta Pedersen/dpa (Bildmontage)

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