Hotel-Mitarbeiter packt endlich aus: Das hat Gil Ofarim wirklich zu mir gesagt
Leipzig - Wenige Stunden nach dem Dschungelcamp-Sieg Gil Ofarims (43) hat sich der von ihm beschuldigte Hotel-Angestellte aus Leipzig erstmals seit dem erfundenen Davidstern-Skandal zu Wort gemeldet - und stellt den Musiker in ein noch schlechteres Licht.
Warum er als Dschungelkönig nicht so frenetisch bejubelt wird wie seine Vorgänger, wird Ofarim in der Wiedersehens-Show am Montagabend gefragt. "Wir sind alle müde", war seine Antwort. Unglaublich, angesichts seines Fake-Skandals und seiner weiteren Lügen in der RTL-Show.
Kurz zuvor ist ein Zeit-Interview erschienen, in dem erstmals der damals zu Unrecht beschuldigte Westin-Mitarbeiter Markus W. auspackt, seine Version der Geschehnisse und die daraus resultierenden Konsequenzen anspricht.
Wegen eines technischen Problems Anfang Oktober 2021 habe der Check-in länger gedauert, Ofarim habe 20 Minuten warten müssen. "Als er an der Reihe war und seine Karte bekommen sollte, sprach er mich an. Er war sehr aufgebracht, zeigte mit dem Finger auf mich und pöbelte, was das für ein Scheißladen sei. Dann drohte er: Wenn er in seinem Zimmer sei, werde er die Zustände hier öffentlich machen, das werde viral gehen."
Der heute 43-Jährige habe in die Hände geklatscht und dabei "Bäm, bäm, bäm" gesagt. "Da habe ich ihm den Meldeschein weggezogen und ihm gesagt, dass er unter diesen Umständen nicht unser Gast sein kann." Eine mutmaßlich richtige Entscheidung. Die beim in seinem Ego gekränkten Gil Ofarim eine nie dagewesene Reaktion auslöste.
Von Ofarim beschuldigter Mann spricht erstmals: "15 Minuten später holte mich eine Limousine ab. Es war wie in einem Film."
Er postete ein Video, beschuldigte Markus W. des Antisemitismus. Wegen seiner Davidstern-Kette habe er ihm den Zutritt verwehrt. Eine Lüge, wie das Gericht zweifelsfrei feststellte.
Zeitnah nach dem Posting habe W. Anzeige gegen Ofarim erstattet. Das Hotel sei in einem Ausnahmezustand gewesen, Kollegen hätten geweint. Er wurde am Nachmittag wegen einer angekündigten Demo zur Solidarisierung mit Ofarim nach Hause geschickt. "Man hatte große Sorge, dass ich nicht mehr sicher bin."
Er sei in einem Ausmaß bombardiert worden, "das man sich nicht vorstellen kann. Über meine dienstliche E-Mail-Adresse lief eine Morddrohung ein. Mein damaliger Chef rief am Abend an, um mir anzubieten, mich für einige Tage an einen sicheren Ort zu bringen. 15 Minuten später holte mich eine Limousine ab. Es war wie in einem Film."
Beim späteren Prozess seien die Anwälte um Alexander Stevens (44) auf ihn zugekommen, hätten ihn eine Einstellung des Verfahrens nahegelegt. Im Gegensatz solle sich Ofarim bei W. entschuldigen. "Ich habe mich darauf eingelassen, auch weil ich die Sache endlich abschließen wollte. Nun aber machte Herr Ofarim zweifelhafte Andeutungen. Das wirkt für mich sehr befremdlich, es ärgert mich massiv und ich frage mich auch: Ist es denn nie vorbei?"
Markus W. musste aus Angst private Feiern absagen
Nicht nur beruflich, auch privat hatte Gil Ofarims Lügengeschichte Auswirkungen für den Angestellten. Die Hochzeit seines Bruders und den 60. Geburtstag seiner Eltern habe er nicht besucht. "Aus Angst davor, dass irgendwer ein Foto von mir machen könnte, auf dem ich feiernd oder lachend zu sehen bin."
Markus W. stellt ebenfalls noch einmal klar, dass es keine Verschwiegenheitsverpflichtung gibt, obwohl der Musiker dies im Dschungelcamp fälschlich behauptet hatte. "Er kann über die Vorgänge in der Lobby sprechen. Das Einzige, was er nicht wiederholen darf, ist die Unwahrheit über mich."
Warum aber das Ganze? Warum zerstört ein semi-bekannter Promi, gekränkt in seinem Ego, nicht bevorzugt behandelt worden zu sein, das Leben eines unschuldigen Menschen?
"Irgendetwas muss ihn getriggert oder persönlich gekränkt haben. Ich nehme ihm auch ab, dass er in seinem Leben antisemitische Beleidigungen ertragen musste. Das ist schlimm, ich will das nicht kleinreden. Aber an dem Abend ist all das nicht geschehen."
Nach den "hundertfachen" Beschuldigungen seien nur zwei Hände voll Entschuldigungen übrig geblieben. Aber genau aus diesen konnte Markus W. Mut schöpfen. Heute arbeitet er nicht mehr im Westin-Hotel. Weil ein Musiker auf der Suche nach Aufmerksamkeit das berufliche Fundament zerstörte.
Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa ; RTL

