"Schellen jedenfalls die Alarmglocken": Womit Hape Kerkeling hart ins Gericht geht
Köln - Hape Kerkeling ist ab kommenden Donnerstag wieder auf den Kinoleinwänden zu sehen. Mit seiner Paraderolle "Host Schlemmer" kehrt der 61-Jährige zurück. Doch es gibt etwas, wovor der Komiker gehörigen Respekt hat.
Denn wenn es um das Thema geht, wie Menschen miteinander umgehen, dann sei für ihn klar, dass die Gesellschaft das Maß und die Mitte verloren habe.
"Das betrifft ja nicht nur Deutschland, das betrifft viele Staaten in Europa und vor allem die Vereinigten Staaten", erklärt der Fernsehmoderator gegenüber "Bild".
Man könne sich inzwischen nicht mehr darauf einigen, dass alle einer bestimmten Idee treu bleiben, kritisiert Hape.
"Nämlich der Vorstellung, dass wir in Freiheit und Demokratie leben. Das ist die schönste Idee, die in den letzten 300 Jahren geboren wurde. Doch darauf können wir uns nicht mehr verständigen", so der 61-jährige der gebürtig aus dem Ruhrgebiet stammt.
Wenn man sich darauf nicht mehr verständigen könne, dann sei für ihn klar, dass alle Alarmsignale losgehen müssen.
"Und zwar bei jedem Bürger, jedem Politiker und jedem Verantwortlichen. Bei mir schellen jedenfalls die Alarmglocken", verdeutlicht Hape.
Hape Kerkeling möchte mit seinem neuen Film Menschen etwas gutes tun
Das sei auch der Grund, warum er sich zu Wort melde. "Und ob ich dafür gelobt, verlacht oder bedroht werde, ist mir egal, weil ich weiß, dass das richtig ist", gibt der Schauspieler preis.
Wann genau man das Maß und die Mitte verloren habe, könne er nicht sagen. Doch das sei eine der Motivationen gewesen, warum er gesagt habe, dass er gerne wieder einen Film machen wolle.
Dieser solle die Menschen ins Kino bringen und sie mal alles vergessen lassen, was sie umgebe. "Aber der Kompass spielt bei vielen Leuten verrückt gerade", weiß Hape, der sich sehr genau überlege, "wann, wo, wie und ob ich meinen Mund zu bestimmten Themen aufmache".
"Und wenn ich der festen Überzeugung bin, dass ich ein Thema so lange in Herz und Hirn bewegt habe, dass ich für mich zu einem Entschluss gekommen bin, der vielleicht auch hilfreich für andere sein könnte – dann äußere ich mich", führt der 61-Jährige aus. Auch auf die Gefahr hin, dass man ihn kritisiere oder ihn bedrohe, wie er abschließend klar macht.
Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

