"Erschreckend echt": Influencerin teilt ihre dunkle Vergangenheit und erhält krasse Reaktionen
Leipzig/Berlin - Maxine Reuker (27) teilt seit vier Jahren ihren Alltag auf Social Media und begeistert damit mittlerweile über 600.000 Menschen auf allen Plattformen. Sie spricht über Momente aus dem Alltag und aus ihrer Vergangenheit, die geprägt waren von einer Essstörung, einer missbräuchlichen Beziehung und vielen mentalen Problemen.
"Mir hätte es damals gutgetan, wenn mir jemand von seinen eigenen Erfahrungen erzählt hätte", sagte die 27-Jährige im TAG24-Interview. Damals hätte sie ein Vorbild gebraucht, zu dem sie aufschauen kann.
Maxine Reuker hat sich durchgekämpft und eine Therapie anfangen. Sie weiß, dass auch heute noch viele junge Menschen ähnliche Erfahrungen machen wie sie vor einigen Jahren. Durch ihre Social-Media-Videos versucht sie zu helfen, doch das Kurzformat macht es schwieriger.
"Ich brauchte mehr Platz. Ich wollte viel mehr sagen", erklärte sie. Aus diesem Grund hat sie ein Jugendbuch geschrieben.
"Und alles zerbricht" erzählt die Geschichte der 16-jährigen Mila, die nach einem Umzug in eine Essstörung abrutscht, in eine Klinik kommt und sich dann auf eine verbotene Liebe einlässt.
Ganz schön harte Themen für ein Jugendbuch, doch für viele Menschen sind sie Realität. "Als häufigstes Feedback wurde mir gesagt, dass ich es erschreckend echt dargestellt habe, aber gleichzeitig auch feinfühlig genug, dass man mit Mila mitfühlt und sie in den Arm nehmen möchte", so Reuker.
Reuker begeistert auf der Leipziger Buchmesse
Auf der Leipziger Buchmesse steht das Buch an diesem Wochenende stark im Fokus. Maxine Reuker gibt Lesungen, mehrere Interviews und veranstaltet eine Signierstunde (alle Termine hier).
Für die gebürtige Dortmunderin war es hart, ihre Gedanken aufzuschreiben, da sie wie ihre Hauptfigur selbst von einer Essstörung betroffen war. Mila ist anders als Maxine, aber einige von Maxines Gedanken finden sich in der fiktiven Heldin wieder.
"Und alles zerbricht" sollte keine Scheinwelt darstellen. Deswegen besprach sie die klinischen Aspekte mit einer Psychologin und holte sich fachlich korrekte Einordnungen.
Dadurch erschuf sie eine fiktive Welt, die sich so echt anfühlt, dass sie bei den Leserinnen und Lesern starke Reaktionen hervorruft. "Ich kriege jeden Tag so viele Nachrichten und tolle Rezensionen", sagte Reuker im TAG24-Interview.
Die Leser sind dankbar
Bei einer ihrer letzten Lesungen wurde es auch für sie extrem emotional. Eine Leserin überreichte ihr zwei Briefe. In einem erzählte sie von ihrer Lebensgeschichte und dass sie sich durch das Buch gesehen fühle.
Im zweiten Brief befanden sich passend zum Buch ganz viele Papierherzen mit dankbaren Nachrichten von Mädchen, die wegen ihrer Essstörung klinisch behandelt wurden.
"Sich Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche", betonte Maxine Reuker und sie kündigte an, dass ihr Debütroman erst der Anfang war. Zwei weitere Bücher sollen in der "Paper Hearts"-Reihe noch folgen und weitere harte Themen, wie u.a. Missbrauch in einer Beziehung behandeln und aufarbeiten.
Titelfoto: Bildmontage: PR/Theresa Geissinger; Screenshot/Instagram/@maxinereuker

