Influencerin spricht von ihrer schlimmsten Zeit: "Mama hat sich erhängt"

Hamburg - Influencerin Samantha Eiding (35) erreicht mit ihren lustigen Videos Hunderttausende. Bei "deep und deutlich" erzählte sie jetzt allerdings von ihrer schlimmsten Zeit.

Samantha Eiding (35) sprach bei "deep und deutlich" über den Suizid ihrer Mutter.  © Instagram/

Die 35-Jährige gerät ins Schwärmen, wenn sie von ihrer Mama spricht. "Meine Mutter war lustig und drüber, da war viel Energie und es war witzig. Und sie war in vielen Dingen, als sie noch alleinerziehend war, sehr unkonventionell als Mutter, was wir natürlich geliebt haben", sagt Eiding.

Viele Sachen seien ihrer Mutter egal gewesen. "Wenn ihr Lieblingsfilm gelaufen ist, [...] hat sie mich einfach aufgeweckt. Egal wann der lief, egal wie alt ich war, hat sie mich aufgeweckt und meinte: So, jetzt gucken wir unseren Film", so die Content Creatorin.

Doch es gab Schattenseiten. "Sie war auch sehr oft sehr überfordert, sehr überreizt, sehr am Limit und hat dann eben zu Methoden gegriffen, die auch sehr gewaltsam waren, die sie halt von zu Hause kannte", erinnert sich die Soziologin und Pädagogin.

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Durch ihre Kindheit, in der sie furchtbare Dinge erlebt habe, sei ihre Mama "hochtraumatisiert" gewesen. Ärzte diagnostizierten eine bipolare Störung, eine manische Depression.

"Es wurde uns nicht richtig erklärt, sie kam dann auch regelmäßig in die Psychiatrie. Also fast jedes Jahr ist sie eingewiesen worden", sagt Sammy.

Im April 2014, am Morgen des Ostermontags, erreichte die heute 35-Jährige die schlimmste Nachricht ihres Lebens. Ihr Schwiegervater rief sie an. "Er hat mir Bescheid gesagt: Die haben die Mama gefunden. Mama hat sich erhängt", erzählt sie.

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Samantha Eiding hatte eine böse Vorahnung

Samantha Eiding (35, l.) erlebte mit ihrer Mutter eine Kindheit mit Höhen und Tiefen.  © Instagram/sammagehtsnochjunge

Am Freitag vor diesem Anruf hat Sammy ihre Mutter das letzte Mal gesehen. Sie habe in ihrer Tür gestanden, habe "verheult" ausgesehen und sei ganz ruhig gewesen. "Die Frau war komplett leer", sagt Eiding.

"Und dann weiß ich noch, dass ich aber gefahren bin mit so einem Gefühl: Irgendwas ist hier nicht okay", erinnert sich die 35-Jährige.

Einen Tag später schrieb sie ihrer Mutter daher eine Nachricht. Eine Antwort gab es nicht mehr.

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Trotz dieser Ahnung habe sie aber kein schlechtes Gewissen. "Ich mache mir gar keine Vorwürfe, weil ich habe sie die letzten Jahre vor ihrem Tod in so unterschiedlichen Zuständen gesehen. Das war schon normal, dass sie auch mal so aussah und dass es ihr mal so ging. Aber dann kam halt normalerweise immer der nächste Berg. Und dann war sie halt wieder oben", so die Influencerin.

Sie spreche viel über ihre Mutter, da Suizid, Trauer und Tod in Deutschland "entstigmatisiert" werden müsse.

Die ganze Folge "deep und deutlich" gibt es in der ARD-Mediathek.

Solltet Ihr von Suizid-Gedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

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