Juju spricht erstmals offen über ihre Diagnosen: "Ich war absolut erleichtert"

Berlin - Nach Jahren der Stille spricht Rapperin Juju (33) offen über ihre Diagnose von ADHS und Autismus. Dabei geht es auch darum, wie sie ihr Leben und ihre Karriere neu sortiert.

Um Rapperin Juju (33) war es länger still.  © Lars Penning/dpa

"Mir ging es nicht gut", erinnerte sich die 33-Jährige im "Spiegel"-Interview an die Zeit nach ihrem Solo-Erfolg. Schon vor der Pandemie habe sie gespürt, dass etwas nicht stimmt.

Der plötzliche Stopp ihrer Tour sei dann letztlich auch eine Erleichterung gewesen: "Ich war froh darüber, weil ich in dem Moment gemerkt habe, dass ich eigentlich gar nicht mehr kann." Jahre voller Auftritte, Erfolg und öffentlicher Druck hätten sie überfordert, ohne dass sie die Ursachen dafür einordnen konnte.

Eine Therapie brachte schließlich Klarheit. Juju im Interview: "Erst mal wurde es in der Therapie sogar schlechter, weil ich nichts mehr verdrängen konnte." Die entscheidende Wendung kam mit der Diagnose: "ADHS und Autismus". Sie sei "absolut erleichtert" gewesen an dem Tag. Durch die Diagnose habe sie endlich alles verstanden.

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Heute beschreibt die Berlinerin ihren Alltag als ständigen Balanceakt zwischen gegensätzlichen Bedürfnissen: "Also, der Autismus braucht eigentlich ein reizarmes, ruhiges Umfeld. Aber durch mein ADHS will ich was erleben. Das widerspricht sich."

Besonders belastend sei die Reizverarbeitung: "Ich sauge auch alles um mich herum auf. Also auch die unnötigen Reize, den Lärm. Und das ist eben sehr anstrengend."

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Juju spricht über jahrelange Maskerade

Bekannt wurde Juju als Teil des Rapduos "SXTN" zusammen mit Nura (37, r.).  © Andreas Arnold/dpa

Hinzu komme ein oft unterschätzter Aspekt: "[...] dass Frauen gut darin sind, ihren Autismus jahrelang zu kaschieren, was extrem viel Kraft kostet". Gerade dieses "Masking" habe sie über Jahre zusätzlich erschöpft.

Auch alltägliche Dinge seien für sie lange schwierig gewesen: Struktur, Ordnung, Prioritäten. "Mir sind halt Sachen, die anderen leichtfallen oder leichter, oft richtig schwergefallen." Erst in ihrer Auszeit habe sie gelernt, ihren Alltag bewusst zu organisieren.

Gleichzeitig sieht Juju in ihrer Neurodivergenz auch eine kreative Stärke: "Alles, was irgendwie mit Rap oder Musik oder irgendwie generell mit Sprache zu tun hat, merke ich mir", sagte sie.

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Die Diagnose habe ihr geholfen, diese Fähigkeiten einzuordnen - und sich selbst besser zu verstehen.

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