Popoklatscher und Machos: Gaby Köster packt über die Anfänge ihrer RTL-Karriere aus
München/Köln - Ab dem 16. Juli läuft der Dokumentarfilm "Was haben wir gelacht" im Kino. Der Streifen behandelt das Frauenbild in deutschen TV-Shows der 1990er- und frühen 2000er-Jahre. Mittendrin: Gaby Köster (64).
Für die 64-Jährige ist es das Comeback auf der großen Bühne. Bis zu ihrem Schlaganfall (2008) zählte Köster zu den erfolgreichsten und lustigsten Frauen der Comedy-Szene. Danach verschwand sie aus dem Rampenlicht, ist heute auf einen Rollstuhl angewiesen.
In der damaligen Zeit galt die Kölnerin als Pionierin ihres Fachs, war zum Beispiel meist die einzige Frau in der RTL-Show "7 Tage, 7 Köpfe". Doch wie wurde hinter den Kulissen mit ihr umgegangen? Das verriet die Kult-Blondine jetzt in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
"Die Kollegen von '7 Tage, 7 Köpfe' waren total süß zu mir hinter der Bühne, weil ich da eben auch Angst hatte. Und die haben mich dann gedrückt und so. Und die haben gesagt: 'Die tun dir da draußen nichts, mach einfach und fertig'", erinnerte sich Köster.
Ergänzend fügte sie noch hinzu: "Das war superklasse und dass das Machos waren, das war mir ja egal. Ich hatte meine Ausbildung in der Kneipe gemacht und da ist das an der Tagesordnung." Rückblickend habe sie der Job bestens auf ihre TV-Karriere vorbereitet.
Gaby Köster will kein Blatt mehr vor den Mund nehmen: "Jetzt hau' ich raus"
"Da erlebt man auch sehr viel Elend und hat auch gerade mit solchen Dingen zu tun, mit Popoklatschern und so", offenbarte Köster. "Bei mir war das so ein Automatismus, ich habe mich dann direkt rumgedreht und die Hand weggeschlagen."
Fürs Fernsehen sei dies "die beste Schule" gewesen, sinnierte die Kult-Blondine weiter. Inzwischen wisse sie jedoch, dass das, was sie als eine der damals wenigen Frauen im deutschen Humorfach getan habe, auch eine gesellschaftliche Bedeutung hat.
Köster erklärte dazu: "Je älter ich wurde, desto mehr habe ich gemerkt, dass es schon politisch ist, was ich tue. Ich arbeite nicht im Büro und habe die Möglichkeit, Dinge zu sagen, die andere Menschen nicht sagen können, aufgrund ihrer Arbeit oder whatever."
Sie selbst nehme inzwischen zu keinem Thema mehr ein Blatt vor den Mund. "Ich bin jetzt 64 und jetzt hau' ich raus", stellte die Rheinländerin klar. Neben den schweren körperlichen Einschränkungen hat Gaby zunehmend auch mit finanziellen Sorgen zu kämpfen, wie sie kürzlich preisgab.
Titelfoto: Caroline Seidel/dpa

