Berliner Bezirk will Nazi-Songs von Kanye West auf Index setzen
Berlin - Der Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf fordert, dass zwei Songs von US-Rapper Kanye West (48) auf die Liste jugendgefährdender Medien gesetzt werden.
Alles in Kürze
- Berliner Bezirk will Nazi-Songs von Kanye West auf Index setzen
- Kanye Wests Songs enthalten nationalsozialistische Inhalte
- Bezirksamt will Lieder als jugendgefährdend einordnen
- Antrag durchlaufen den Kulturausschuss und Jugendhilfeausschuss
- Entscheidung in der Bezirksverordnetenversammlung wird getroffen

Der Rapper, der sich inzwischen Ye nennt, machte zuletzt mit Songs wie "WW3" und "Heil Hitler" auf sich aufmerksam. Diese enthalten nationalsozialistische Inhalte, darunter auch eine Rede von Adolf Hitler.
Das Bezirksamt von Steglitz-Zehlendorf gab gegenüber dem RBB bekannt, die betreffenden Lieder nun als jugendgefährdend einordnen zu wollen.
Der Antrag hat den Kulturausschuss bereits durchlaufen. Im Anschluss folgt die Beratung im Jugendhilfeausschuss, bevor die Entscheidung in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) getroffen wird. Danach soll ein Indizierungsantrag bei der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) gestellt werden.
Der "Heil Hitler"-Song von West reflektiert seine aktuelle Lebenssituation – darunter Sorgerechtsstreitigkeiten und eingefrorene Vermögenswerte. Außerdem erklärt er, warum er "zum Nazi wurde". Am Ende ist ein Sample einer Rede Hitlers aus dem Jahr 1935 zu hören.
Die Songs sind momentan in abgewandelter Form abrufbar. Auf Spotify kursiert eine zensierte Version namens "Hallelujah", bei der im Refrain "Heil Hitler" durch "Hallelujah" ersetzt wurde.
Titelfoto: Kamil Krzaczynski/EPA/dpa