Kerstin Ott seit Jahren als Sängerin erfolgreich: "Habe es nur für die Kohle gemacht"

Heide/Berlin - Im Gespräch mit Gastgeberin Kim Viktoria Koch (23) im Podcast "$HZ wir müssen reden" hat Schlagerstar Kerstin Ott (44) überraschend offen über ihren Einstieg in die Musikbranche gesprochen. Ihren Durchbruch feierte sie 2016 mit dem Hit "Die immer lacht".

Nicht mehr von den (Schlager-)Bühnen wegzudenken: Kerstin Ott (44) gehört heute zu den erfolgreichsten deutschen Künstlerinnen.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Ich habe das nur wegen der Kohle gemacht", gibt Ott offen zu. "Hätte ich nicht am Anfang schon gleich so viel Geld verdient, wär ich niemals Sängerin geworden."

Vor ihrem Erfolg arbeitete Ott als gelernte Malerin und Lackiererin und hatte eigenen Angaben zufolge ein vergleichsweise geringes Einkommen. Mit dem plötzlichen Charts-Einstieg seien jedoch schnell zahlreiche Auftrittsanfragen gekommen.

Ihr erstes Bühnenengagement sei dabei ein Schlüsselmoment gewesen: "Für einen 20-minütigen Auftritt habe ich 1200 Euro erhalten. Ich hatte keine Ahnung, was da passiert", erinnert sie sich. Bald habe sie bis zu sechs Auftritte die Woche gespielt und dementsprechend verdient.

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Gemeinsam mit ihrem Manager habe sie deshalb entschieden, den neuen Beruf zunächst nur "für ein halbes Jahr auszuprobieren". Auch aufgrund ihrer stark ausgeprägten Bühnenangst - "Ich hatte auch so viel Schiss" - sei sie eh davon ausgegangen, es nicht länger als die sechs Monate auszuhalten. Warum sie dennoch weitermachte? "Weil es einfach immer lukrativer wurde."

Mit dem Geld sei sie zunächst sehr praktisch umgegangen, auch stets in der Annahme, in ihren alten Beruf wieder zurückzukehren: "Ich habe mir jeden Monat eine neue Handwerksmaschine gekauft, um auf dem neuesten Stand zu sein, wenn es wieder losgeht!"

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Kerstin Ott zu Gast im Podcast "$HZ wir müssen reden"

Kerstin Ott: "Ich habe verstanden, was ich auf der Bühne zu tun habe"

Der Schlager-Star wird vor allem für seine authentische Art gefeiert.  © Henning Kaiser/dpa

Aus dem ursprünglich geplanten Probezeitraum entwickelte sich bekanntermaßen schließlich doch eine dauerhafte Karriere mit inzwischen Millionen verkauften Tonträgern und zahlreichen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Trotz ihres anfänglichen Fokus auf das Geld betonte Kerstin Ott im Podcast, dass sich ihre Haltung im Laufe der Jahre verändert habe. Heute empfinde sie ihre Arbeit als erfüllend: "Mittlerweile macht es mir auch Spaß, das hat aber lange gedauert."

Jahrelang habe sie alles "am Rampenlicht gehasst". Besonders die Live-Auftritte sowie der Umgang mit Öffentlichkeit und Fans habe die Sängerin anfangs überfordert.

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Erst mit der Zeit habe sie gelernt, ihre Rolle zu verstehen: "Ich habe verstanden, was ich auf der Bühne zu tun habe." Früher habe sie sich oft gefragt: "Warum zum Teufel bin ICH auf dieser Bühne gelandet?"

Heute sieht sie ihre Stärke vor allem in ihrer Authentizität und den alltäglichen Geschichten, die sie in ihren Hits wie "Regenbogenfarben" erzählt. Und: "Ich bin sehr dankbar, dass ich jetzt einen Job habe, den ich gerne mache. Es gibt genug Menschen, die sich jeden Morgen quälen müssen!"

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