Leipzig - Es wird langsam Frühling und da hat Kleingartensheriff Michael Baumann (62) in seiner Anlage im Leipziger Südosten auch wieder mehr zu tun. Dieses Mal hat er die Hochbeete seiner Gärtner unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Zufriedenheit sieht wohl anders aus.
"Ich bin ja sehr großzügig mit Hochbeeten bei mir im Verein, aber wenn nicht einmal die Mindestmaße eingehalten werden, die sein sollen, da wird der Dicke bisschen zickig", so der Leipziger in seinem aktuellen Instagram-Post, während er auf seinem Rundgang über den Zaun einer Parzelle schaut.
Zwar lässt der Vorstandsvorsitzende des Gartenfreunde Südost e.V. offen, wie die Maße auszusehen haben. Ein Blick in die Kleingartenordnung des Stadtverbands Leipzig bringt aber Licht ins Dunkel.
Demnach dürfen Hochbeete eine Höhe von 1,20 Meter nicht überschreiten und auch ihre Gesamtfläche darf maximal zwölf Quadratmeter betragen.
Das Problem: Im vorliegenden Fall schätzt er die Höhe des Beetes auf mindestens 1,50 Meter. Deshalb will er mit dem Pächter des Gartens sprechen. "Da werde ich einschreiten, das geht nicht!", macht er schmunzelnd klar.
Hochbeete gefallen dem Kleingartensheriff einfach nicht
Und auch in einem der Nachbargärten wird Michael Baumann schnell fündig, auch wenn es dort wohl weniger um die Einhaltung der Kleingartenordnung geht, als vielmehr um persönlichen Geschmack.
Seinen trifft die Parzelle bzw. deren Hochbeete offenbar nicht, denn: "Huh, schön ist vielleicht was anderes", findet der 62-Jährige.
Es sei zwar jedem Gärtner selbst überlassen, wie er seinen Garten gestaltet, aber in diesem Fall erinnere dieser ihn eher an eine Sargausstellung.
Und tatsächlich: Mehrere Hochbeete, die gut und gern die Größe von Särgen haben könnten, stehen versetzt hintereinander.
Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Und obwohl es auch hier mit der Gesamtfläche nicht ganz hinhaut, zeigt sich der Kleingartensheriff versöhnlich: "Wir wollen ja nicht päpstlicher sein als der Papst."