Krömer fertigt Strache bei Chez Krömer ab: "Der zweite Nazi, der weg vom Fenster ist"

Berlin - Kurt Krömer (47) in Höchstform! In der zweiten Folge der inzwischen siebten Staffel Chez Krömer wagte sich diesmal Ex-FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache (53) ins Verhörzimmer. Und was Österreichs ehemaliger Vizekanzler zu hören bekam, gefiel ihm gar nicht.

In der zweiten Folge stellte sich Österreichs Ex-Vizekanzler und ehemaliger FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache (53, r.) den Fragen von Kurt Krömer (47).
In der zweiten Folge stellte sich Österreichs Ex-Vizekanzler und ehemaliger FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache (53, r.) den Fragen von Kurt Krömer (47).  © rbb/Carolin Ubl

Schon von Anfang an, machte der RBB-Komiker klar, was er von seinem Gast hält: Wenig bis gar nichts ("H.C. Strache kennt in Deutschland kein Schwein, aber jeden den Ibiza-Mann"). Mehrfach bezeichnete er den 53-Jährigen als "Nazi".

Eine frostige Stimmung, die an die Folge mit Ex-AfD-Chefin Frauke Petry erinnerte. Besser wurde es im Laufe der Sendung nicht. Am Ende verzichtete Krömer gar auf die übliche Verabschiedung und knallte Strache die Tür vor der Nase zu!

Neben seiner rechtsradikalen Vergangenheit, der gescheiterten politischen Karriere und der Spendenaffäre stand auch das legendäre Ibiza-Video rund um die Strache-Affäre im Vordergrund. Darin erweckte der damalige rechte FPÖ-Chef den Eindruck der Bestechlichkeit.

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Und auch Strache schien dem Interview nicht ganz zu trauen. Er ließ während der Sendung die ganze Zeit die Stoppuhr seines Handys laufen. "Haben sie Angst, dass sie nach der Aufzeichnung schlecht dastehen? Dass wir so schneiden, dass sie rüberkommen wie ein Rechtsradikaler?", deutete Krömer an, in welche Richtung es gehen dürfte.

"Ich bin ein Mensch mit vielen Fehlern", erklärt der Österreicher über unvorteilhafte Fotos aus der Burschenschaft, die er teilweise selbst veröffentlicht hat, weil er erpresst worden sein soll.

"Eigentlich nur mit Fehlern. Wir sind schon seit Tagen am Recherchieren. Positive Sachen sind sehr selten", erwiderte Krömer und kam auf Silvester 1989 zu sprechen. Dort war Strache mit der inzwischen verbotenen neonazistischen Wiking-Jugend mit Fackeln an der deutsch-deutschen Grenze unterwegs und landete im Knast.

Kurt Krömer bezeichnet Heinz-Christian Strache mehrfach als Nazi und erklärt ihn für politisch tot

Kurt Krömer hatte auf den "Nazi-Sprech" so gar keine Lust.
Kurt Krömer hatte auf den "Nazi-Sprech" so gar keine Lust.  © rbb/Carolin Ubl

"Schönes Silvester. Und gab es dann beim Bleigießen ein Hakenkreuz?", wollte Krömer daraufhin wissen.

"Nein, bei dem Thema habe ich eine ganz klare Abgrenzung in meinem Leben gefunden, weil ich mit dem Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes nicht nur nichts zu tun haben, sondern für mich das auch eine abscheuliche", konnte den Satz aber nicht mehr beenden, weil der TV-Star ihn unterbrach und es zusammenfasste: "Also ein lupenreiner Nazi, aber ohne Hakenkreuz."

Eine Bezeichnung, die noch öfter fallen sollte. "Das ist etwas, wo sie versuchen lustig zu sein und fast schon in Stasi-Manier versuchen hier Dinge in den Raum zu stellen", wehrte sich der ehemalige Parteichef der rechtspopulistischen FPÖ gegen die Bezeichnung als Nazi.

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"Wenn Sie mit Nazi-Vorwürfen kommen und damit eine Relativierung des grausamsten Verbrechens der Menschheitsgeschichte versuchen, dann ist das asozial."

So einfach ließ Krömer Strache aber nicht vom Haken. "Nein, Nazis sind immer die, die gegen Ausländer wettern. Dass, die Ausländer hier nicht reinkommen. Antisemiten."

Krömer machte die gesamte Sendung über keine Anstalten, seine Abneigung gegenüber den Rechtspopulisten zu verstecken. Wie schon bei Frauke Petry erklärte er ihn mehrfach für politisch tot. Gestolpert ist der "Fehler auf zwei Beinen aus Österreich" - wie ihn der Comedian bezeichnete - vor allem über das Ibiza-Video, bei dem er bei einem Treffen einer angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen den Eindruck der Käuflichkeit erweckte.

Was hat Sebastian Kurz mit der Ibiza-Affäre zu tun

Österreichs ehemaliger Vizekanzler verlor nach der Ibiza-Affäre all seine politischen Ämter.
Österreichs ehemaliger Vizekanzler verlor nach der Ibiza-Affäre all seine politischen Ämter.  © Georg Hochmuth/APA/dpa

Neue Erkenntnisse brachte Strache zwar nicht, deute aber an, dass Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz (36) eine Rolle mit seinem politischen Absturz in Folge des Ibiza-Videos gespielt haben könnte: "Wissen tue ich es nicht. Es gab 2017 eine Diskussion zwischen uns, wo er einen interessanten Hinweis gegeben hat, wo ich ein Treffen zwischen ihm und Silberstein aufgedeckt hatte, und er darauf reagierte, dass ich ausschließlich nach Ibiza fliege. Zumindest war das im Nachhinein interessant."

Nachdem Krömer auch noch seine Spendenaffäre abgearbeitet hatte, war er doch sichtlich froh, als dann die 30 Minuten auch schon um waren. "Ich freue mich, der zweite Nazi, der weg vom Fenster ist", spielte der 47-Jährige noch einmal auf Frauke Petry an. Selbst die sonst übliche Verabschiedung fiel aus. Stattdessen pustete Krömer einmal tief durch und knallte ihm die Tür vor der Nase zu!

Ausgestrahlt wird die absolut sehenswerte Episode am heutigen Dienstag um 22.15 Uhr im RBB. Wer nicht so lange warten will, kann sie aber auch schon jetzt auf YouTube oder in der Mediathek sehen.

Titelfoto: rbb/Carolin Ubl

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