Hamburg - Innenpolitisch geht es in Deutschland nur schleppend voran. Bei "Markus Lanz" zeigte sich CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann (48) erstaunlich ehrlich und gab einen Ausblick auf die kommenden Monate.
"Warum ist es eigentlich in Sachen Reformen bei Ihnen in den letzten Wochen und Monaten so wahnsinnig leise gewesen?", fragte Moderator Markus Lanz (56) seinen Gast.
Carsten Linnemann wies den Vorwurf zurück, räumte aber ein, dass Reformen notwendig seien und diesbezüglich mehr getan werden müsse.
Überraschend deutlich sagte der 48-Jährige: "Dieses Land steht mit dem Rücken zur Wand. Wir waren immer umso viel besser, wie wir teurer waren. Jetzt sind wir zu teuer."
Deutschland habe zu hohe Arbeitskosten und ein ineffizientes Gesundheitssystem. "Ich wage die These: Wenn das ein Gesamtpaket ist - Steuern, Sozialversicherung und Konsolidierung -, kann das ein Überraschungscoup werden", so Linnemann.
Lanz zeigte sich skeptisch und hakte nach: "Wie wollen wir das machen?" Linnemann versprach konsequente Regierungsarbeit und erläuterte: "Im Gesundheitssystem kommt jetzt ein Bericht raus von der Kommission und dann muss der umgesetzt werden." Dasselbe gelte auch für die Rentenkommission, die ihre Reformvorschläge Ende Juni unterbreiten werde.
CDU-Mann Carsten Linnemann gibt sich kämpferisch: "Wir spielen auf Sieg"
Der CDU-Mann holte noch weiter aus und äußerte sich zu weiteren Bereichen: "Wir haben das Heizungsgesetz verabschiedet, wir werden das Bürgergeld abschaffen, die neue Grundsicherung einführen, beim Thema Migration machen wir viele Dinge."
Auch bei der kommenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wo die AfD derzeit Rekord-Umfragewerte von 40 Prozent erzielt, zeigte sich Linnemann selbstbewusst: "Wir gehen jetzt voll in den Kampf und spielen auf Sieg."