"Unvorstellbar": Was Ex-Anwältin über Skandal erzählt, macht Markus Lanz fassungslos

Hamburg - In seiner Mittwochs-Ausgabe begrüßte Markus Lanz (56) die Zuschauer zu einem "echten Krimi um Mitternacht", wie er verheißungsvoll direkt zu Beginn der Sendung verkündete. In kleiner Runde wollte der Moderator den "wahrscheinlich größten Steuerbetrug in der deutschen Geschichte" besprechen.

Mit Ex-Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker (52) blickte Markus Lanz (56) in seiner Sendung auf den CumEx-Skandal zurück.
Mit Ex-Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker (52) blickte Markus Lanz (56) in seiner Sendung auf den CumEx-Skandal zurück.  © ZDF/Markus Hertrich

"Wie erklären Sie jemanden, der noch nie von CumEx und CumCum gehört hat, was das eigentlich ist?", fragte Lanz die jahrelange Chefermittlerin Anne Brorhilker (52), die aus Zweifel am politischen Aufklärungswillen im April 2024 die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis beantragte.

Sie sagte zunächst: "Es geht nur darum, dass man steuerliche Effekte erzielt [...]. Der erste Schritt ist CumCum - Da zahlt man die Kapitalertragssteuer gar nicht, obwohl man das eigentlich müsste. Und Schritt zwei wäre dann CumEx - Da lässt man sie sich erstatten, obwohl der Vordermann sie gar nicht abgeführt hat."

Das kriminelle System habe auf die Dividende (Gewinnausschüttung) deutscher Aktien abgezielt, deren Eigentümer sich zum großen Teil im Ausland befunden hätten. Sie seien auf die Idee gekommen, die Aktie für den Dividenden-Stichtag nach Deutschland - beispielsweise zu einem steuerbefreiten Investmentfonds - zu schieben, um das Finanzamt bei der zeitgleichen Prüfung zu täuschen.

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Anschließend habe sich der Empfänger die abgeführte Kapitalertragssteuer (in Höhe von 25 Prozent) zurückerstatten lassen. "Danach ging die Aktie wieder zurück", erklärt Brorhilker. Die vom Finanzamt erhaltene Summe sei dann geteilt worden. "Wir reden hier also über die nackte Gier?", hakte der Gastgeber nach, was die Juristin mit einem klaren "Ja" bestätigte.

Markus Lanz über Steuerbetrug: "Unvorstellbar"

Die Juristin stellte die Dimensionen des Betrugs dar.
Die Juristin stellte die Dimensionen des Betrugs dar.  © ZDF/Markus Hertrich

Der Betrug ist laut Anne Brorhilker sogar noch weitergegangen. Die im Inland befindlichen Aktien hätten sogenannte Leerverkäufer zu weiteren steuerbefreiten Fonds gereicht. "Da kommen dann nochmal Steuern heruntergerieselt." Dies sei des Öfteren praktiziert worden.

"Unvorstellbar", sagte Lanz fassungslos, woraufhin die Ex-Oberstaatsanwältin ergänzte: "Das war richtig teuer."

Ein Professor der Universität Mannheim habe das finanzielle Ausmaß auf 40 Milliarden Euro geschätzt, so Brorhilker. "Das halte ich für sehr vorsichtig, weil die Kronzeugen, mit denen wir gesprochen haben, sagten, dass alle Aktien am Stichtag unterwegs gewesen sind. Das ist wie pures Gold. Da bleibt nichts in der Schublade liegen."

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Die komplette, rund 45-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.

Titelfoto: ZDF/Markus Hertrich

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