CDU-Politiker warnt bei Markus Lanz: "Wir werden das nicht überleben"

Hamburg - Nach einem Jahr Schwarz-Rot erlebt Deutschland eine Koalition, die den großen Aufgaben ihrer Zeit nicht gewachsen ist. Doch wie soll es nun weitergehen? Bei "Markus Lanz" warnte CDU-Politiker Karl-Josef Laumann (68) eindringlich vor den Folgen einer Minderheitsregierung.

Eine Vertrauensfrage oder Minderheitsregierung lehne er kategorisch ab, sagte Karl-Josef Laumann (68, CDU, r.).  © ZDF/Cornelia Lehmann

In der ZDF-Talkshow fand der nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister ungewöhnlich scharfe Worte zu einem möglichen Koalitionsbruch.

Die Vertrauensfrage oder gar eine Minderheitsregierung seien "ganz sicher für Deutschland nicht gut", könnten Europa destabilisieren und sich für die Union existenzbedrohend auswirken. "Wir werden das nicht überleben", so der 68-Jährige.

Moderator Markus Lanz (57) reagierte darauf sichtlich beunruhigt: "Das ist ehrlich gesagt sehr ernüchternd, was Sie gerade sagen. Wie wollen Sie so Aufbruch erzeugen? Zuversicht? Zustimmung?"

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Laumann antwortete: "Es muss jetzt einfach funktionieren. Man kann so eine Problematik nur überwinden, indem man schlicht und ergreifend regiert. Wir müssen jetzt einfach in den Arbeitsrhythmus kommen und die Reformen abarbeiten."

Lanz schien die Antwort zu irritieren. "Sie sind schon ein Jahr im Amt", sagte er fassungslos.

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CDU-Politiker Laumann: Keine Zusammenarbeit mit der AfD

FAZ-Journalistin Julia Löhr (49) bemängelte die Kommunikation des Bundeskanzlers.  © ZDF/Cornelia Lehmann

Julia Löhr (49), die Wirtschaftskorrespondentin der "FAZ", pflichtete Laumann bei und attestierte Friedrich Merz (70) sichtbare Zeichen der Verzweiflung. "Ich finde es schon bemerkenswert, wenn der Kanzler in einer TV-Talkshow versuchen muss, diese Koalition zusammenzuhalten", sagte sie und bezog sich damit auf den Auftritt des Kanzlers bei "Caren Miosga".

"Niemand in der Koalition kann wirklich gut kommunizieren. Auch Lars Klingbeil nicht und Friedrich Merz erst recht nicht. Zumindest nicht empathisch mit den Menschen", sagte Löhr.

Auch Laumann ging noch einmal näher auf den Koalitionspartner ein und meinte: "Ich finde, die SPD muss jetzt auch wissen, dass das, was im Koalitionsvertrag steht, auch von uns eingefordert wird."

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Zugleich betonte er, es habe zu dieser Koalition "keine vernünftige, verantwortbare Alternative" gegeben - Schwarz-Rot sei aus seiner Sicht die beste Konstellation gewesen, "was wir für Deutschland machen konnten".

Alles andere - wie etwa eine Koalition mit der AfD - wäre eine "Katastrophe", so Laumann.

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