Hamburg/Berlin - Kaum ist die Sommerpause vorbei, geht es bei Markus Lanz (57) schon wieder ordentlich zur Sache! Am Mittwochabend hatte der Moderator den Linken-Politiker Dietmar Bartsch (68) zu Gast. Mit ihm geriet er während der Diskussion über den Berliner CSD-Anschlag aneinander.
Zunächst wollte Lanz von dem Bundestagsabgeordneten wissen, wie seine Antwort auf den islamistischen Vorfall lautet. Dazu erklärte Bartsch: "Wenn ich eine Antwort hätte, hätte ich sie schon laut in die Gesellschaft geschrien. Diese Antwort, die gibt es nicht. Und es gibt keine einfache Antwort dafür."
Der 68-Jährige verwies beispielhaft auf die Unterbesetzung der Justiz. "Es gibt so viele Verfahren, die überhaupt nicht mehr bis zum Ende geführt werden. Das ist selbstverständlich ein Punkt. Das ist aber nur ein Mosaiksteinchen."
Lanz wollte dieses Argument nicht akzeptieren und erinnerte daran, dass Terrorist Abdul B. bereits vor der Tat verurteilt worden sei. "Die Frage ist doch, warum der jemand, der ja da war, dieses Urteil gesprochen hat", so der Gastgeber.
Er musste Bartsch auch widersprechen, als dieser behauptete, dass B. ein "Wahnsinniger, Irrer" sei und ein "psychisches Problem" besitze. "Der hat kein psychisches Problem", konterte Lanz und äußerte zugleich einen harten Vorwurf an sein Gegenüber: "Sie machen jetzt das, was die ganze linke Blase und Ihre Partei insbesondere in solchen Momenten macht. Jetzt hat der wieder ein psychisches Problem."
RND-Hauptstadtchefin warnt vor rhetorischem Weichspülen
Journalistin Eva Quadbeck (56) bezeichnete die Aussage von Bartsch im weiteren Verlauf der Sendung als "rhetorisch weichgespült" und betonte: "Wir wissen nicht, ob der Mann ein psychisches Problem hatte."
Ihrer Einschätzung nach habe sich B. politisch-religiös radikalisiert und deshalb töten wollen. "In dem Moment, wo man rhetorisch weichspült, ist man dann wieder sehr weit weg von Lösungen", kritisiert die Leiterin der RND-Hauptstadtredaktion.
Es müssten die Gesetze endlich "ganz konsequent" bei gefährlichen Personen angewendet werden, so Quadbecks Forderung.
Die komplette, rund 77-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.