Lanz fragt Linken-Chef: "Wären Sie bereit, zur Waffe zu greifen und dieses Land zu verteidigen?"

Hamburg - Am Donnerstagabend diskutierten die Gäste bei Markus Lanz (56) über den Krieg im Iran und die Wehrhaftigkeit der Bundesrepublik. Dabei ging es auch um die Bereitschaft der deutschen Bevölkerung, die eigene Freiheit zu verteidigen, und die gesellschaftlichen Folgen eines solchen Konflikts am Beispiel des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan.

Markus Lanz (56) fragte den Linken-Chef Jan van Aken (64), ob er bereit sei, Deutschland mit der Waffe zu verteidigen.
Markus Lanz (56) fragte den Linken-Chef Jan van Aken (64), ob er bereit sei, Deutschland mit der Waffe zu verteidigen.  © PR/ ZDF/Cornelia Lehmann.

"Wären Sie bereit, zu einer Waffe zu greifen, für ihre Enkel zum Beispiel, und dieses Land zu verteidigen?", fragte Lanz den Linken-Chef Jan van Aken (64).

"Im Moment glaube ich das auf gar keinen Fall", antwortete der 64-Jährige. "Aber was in der konkreten Situation ist, weiß kein Mensch. [...] Flucht ist ja auch ein guter Reflex."

Seit der Vollinvasion Russlands sei ihm jedoch auch klar geworden, dass sich eine solche Haltung ändern könne. So hätten viele linke Politikerinnen und Politiker in der Ukraine etwa ihre Haltung geändert und sich entschlossen, ihr Land zu verteidigen.

Martenstein bei Markus Lanz: "Warum sprechen wir nicht über den Elefanten im Raum?"
Markus Lanz Martenstein bei Markus Lanz: "Warum sprechen wir nicht über den Elefanten im Raum?"

Der Soziologe Harald Welzer (67) kritisierte derweil, dass zu wenig über den "breiteren Kontext" gesprochen werde: "Krieg ist ja auch etwas, das Gesellschaft als Ganzes betrifft."

So müsse man auch die Folgen im Krieg erlittenen Traumata thematisieren. "Das ist etwas, dessen Dimensionen wir noch gar nicht kennen, auch in Bezug auf den Ukraine-Krieg. Ein Betroffener zieht zehn Angehörige mit in diese Traumatisierungsprozesse hinein", so Welzer.

CDU-Politiker Kiesewetter berichtet von Angriff auf Hubschrauber

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter berichtete von einem einschneidenden Erlebnis bei einem Besuch der Bundeswehrtruppen in Afghanistan.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter berichtete von einem einschneidenden Erlebnis bei einem Besuch der Bundeswehrtruppen in Afghanistan.  © PR/ ZDF/Cornelia Lehmann.

CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter (62) stimmte den Ausführungen des Soziologen zu und ergänzte: "Da gibt es zwei Ebenen: Das eine ist die technische Vorbereitung der Soldaten, das andere ist die Nachsorge, und die Nachsorge ist das gravierende."

Der Bundestagsabgeordnete berichtete dann von einem persönlichen Erlebnis in Afghanistan, das ihn bis heute beschäftige: Bei einem Besuch der Bundeswehr sei er auf einem Hubschrauberflug in den umkämpften Osten des Landes überraschend beschossen worden. Glücklicherweise hatten die Raketen den US-Hubschrauber jedoch verfehlt.

"Oh Mann, da hätten wir alle in Fetzen liegen können", so Kiesewetter. Die Politik habe jedoch beim Anerkennen der Zustände in Afghanistan über lange Zeit versagt. Anders, als zunächst behauptet worden sei, habe es sich eben nicht um einen friedlichen Wiederaufbau gehandelt. Auch das habe laut Kiesewetter dazu beigetragen, die Ängste und Erfahrungen der Soldaten nicht richtig ernst zu nehmen.

"Ist nicht Ihr Ernst?": Was Bundeswehr-Offizier berichtet, überrumpelt Markus Lanz
Markus Lanz "Ist nicht Ihr Ernst?": Was Bundeswehr-Offizier berichtet, überrumpelt Markus Lanz

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Titelfoto: PR/ ZDF/Cornelia Lehmann.

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