"Nicht lustig machen!" Bei dieser Reaktion von Wehrdienst-Gegner muss Markus Lanz eingreifen
Hamburg - Zu seiner Themenwoche "Krieg und Verteidigung" wollte Markus Lanz (56) am Mittwochabend die Meinung von vier jungen Menschen hören. Als Gast war unter anderem Podcaster Ole Nymoen (28) geladen, der mit seinem Standpunkt als Wehrdienst-Gegner bei den anderen Teilnehmern aneckte.
Der Moderator wollte von dem studierten Soziologen wissen, was wir hierzulande seiner Ansicht nach tun sollten, wenn Russland "plötzlich vor unserer Tür" stehe.
Darauf Nymoen: "Das habe ich nicht zu entscheiden. Ich bin der, über den dann entschieden wird. Das ist doch gerade der Witz. Ich kann dann sagen, ich würde lieber kapitulieren oder lieber fliehen und dann sagt der Staat: Nein, nach dir schicken wir die Feldjäger los - Du musst dann im Ernstfall das Land verteidigen."
Lanz hakte nach: "Was würden Sie machen, wenn Sie das für sich entscheiden müssten?" Der 28-Jährige: "Ich würde versuchen, zu fliehen, [...] weil Verstecken ja auch nur so mittelprächtig ist - in einem Kriegsgebiet, was jahrelang ausgebombt wird."
Gymnasiast Marius Lange (17) konnte diese Äußerung nicht nachvollziehen: "Hier gibt es Leute in diesem Land, die es sich nicht leisten können, zu fliehen - ältere Menschen, Familien mit Kindern zum Beispiel. Und dann zu sagen, zu fliehen und den Rest zurückzulassen, finde ich falsch."
Nymoens Reaktion: "Es wird kein Kind im Land gelassen, weil es sich die Eltern nicht leisten können, mit ihnen rauszugehen ..." Lanz musste eingreifen: "Nicht lustig machen!", lautete seine Ermahnung. "Es ist doch ein gutes Argument, wenn er sagt, abzuhauen ist nicht für jeden eine Option", so der Gastgeber.
Reservistin konfrontiert ihr Gegenüber: "Du weißt ja gar nicht, worüber du redest"
Im weiteren Verlauf der Sendung gab Ole Nymoen zu bedenken: "Man hat die Meinungsfreiheit, solange man sich fügt. [...] Wenn der Brief kommt, sich mustern lassen zu müssen und gegebenenfalls - wenn die Kriegsdienstverweigerung nicht akzeptiert wird - zur Armee zu müssen, dann darf man sich dem nicht widersetzen."
Sofort ging Reservistin Léocadie Reimers (24) dazwischen: "Das wissen wir doch noch gar nicht."
In Richtung ihres Gegenübers beklagte sie: "Du hast eben gesagt, dass du niemanden kennst, der bei der Bundeswehr ist oder das gerne machen würde. [...] Du weißt ja gar nicht, worüber du redest und was du da kritisierst."
Die Bundeswehr würde immer als "etwas Negatives" dargestellt, sei es aber gar nicht. "Im Endeffekt ist es die Gesellschaft, die zusammenkommt und zusammen für die Sicherheit kämpft oder einsteht und abschreckt. Ich verstehe nicht, wo da immer die Aufregung herkommt."
Die komplette, rund 77-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.
Titelfoto: Montage: ZDF/Cornelia Lehmann (2)

