Melanie Müller plagen jahrelange Existenzängste: "Da ist mein Papa auch schuld"

Leipzig/Hamburg - Viele Menschen sind in der Corona-Krise arbeitslos geworden, Selbstständige mussten ihre Firmen aufgeben, Künstler haben teilweise keinerlei Einnahmen mehr. Darunter leidet auch Ballermann-Star Melanie Müller (32), die jetzt über ihre Existenzängste gesprochen hat. 

Melanie Müller (32) war am Freitag zu Gast in der NDR-Talkshow.
Melanie Müller (32) war am Freitag zu Gast in der NDR-Talkshow.  © NDR/Uwe Ernst

In der NDR-Talkshow sprach die Leipzigerin mit den Moderatoren Barbara Schöneberger (46) und Hubertus Meyer-Burckhardt (63) über ihren Mann, den zum Wohnhaus umgebauten Bahnhof und Existenzängste, die sie während der Corona-Krise erneut durchlebt.  

Alle Auftritte bis Ende Oktober abgesagt, alle Jobs flöten gegangen, nahezu keine Einnahmen: Das Coronavirus sorgt bei Melanie Müller für Ebbe in der Haushaltskasse.

Dass sie und ihr Ehemann Mike Blümer (54), der gleichzeitig ihr Manager ist, dadurch aktuell fast durchgehend aufeinander hocken, macht die Krise nicht gerade erträglicher.

"Mein Mann bekommt in der Corona-Zeit eine Krise, der ist jetzt mindestens zehn Jahre älter, man sieht's ihm auch an", fauchte sie mit einem Lächeln gegen ihren Mike. "Die Einzigen, die sich freuen, dass Mama mal Zuhause ist, sind die Kinder."

Oft war es so, dass Mia Rose (2 Jahre) und Matty (9 Monate) von der Zweifach-Mutter ins Bett gebracht wurden und die Entertainerin dann zu einem Auftritt gefahren ist. Das ist seit März komplett weggefallen. "Es fehlt natürlich ein ganz großer Teil in meinem Leben. Ich stehe gern auf der Bühne. Auch wenn ich tagsüber gerne Mama bin, zieht es mich abends auf die Bühne zu meinen Fans. 

Die Angestellten ihrer Grillmüller-Bude am Ballermann auf Mallorca musste sie schon entlassen, die Miete für den Imbiss und ihre Wohnung nahe der Schinkenstraße müsse sie dennoch weiter bezahlen. Ein dickes Minusgeschäft.

Politiker kämpfen gegen Suff-Tourismus: "Leute, die das wollen, sollen weiter nach Ibiza fliegen"

April 2016: Melanie Müller und ihr Mann Mike Blümer nahmen TAG24 mit auf einen Rundgang durch ihren erworbenen ehemaligen Bahnhof.
April 2016: Melanie Müller und ihr Mann Mike Blümer nahmen TAG24 mit auf einen Rundgang durch ihren erworbenen ehemaligen Bahnhof.  © Ralf Seegers

Verständnis für die Menschen, die sich freuen, dass es am sonst mit betrunkenen (vor allem deutschen) Touristen überlaufenen Ballermann ruhiger wird und auch erst mal bleiben könnte, hat die 32-Jährige nicht. 

"Die Leute, die weiße Liegen wollen, sollen weiter nach Ibiza fliegen und nicht an den Ballermann", wird sie deutlich."Die Insel lebt auch mit vom Party- und Suff-Tourismus. Die Regierung will das aber nicht mehr, das ist für mich nicht nachvollziehbar."

Die Einnahmen, die ihr durch die vielen abgesagten Auftritte flöten gehen, schüren wieder ein paar Existenzängste, die schon "mein Leben lang eine Rolle" spielten, wie Müller sagt. "Da ist mein Papa auch dran schuld. Der hat immer gesagt, man kann sich nur Sachen kaufen, die man sich leisten kann, es wird nichts geleast." 

Viel Zeit verbringt Melanie mit Kind und Kegel also aktuell in Leipzig. Dort baut sie seit mehreren Jahren einen lange Zeit leergestandenen Bahnhof um. Aufmerksam auf das Gebäude wurde sie auf dem Flughafen. Es war Sonntag, man konnte den Verkäufer nicht erreichen und die Blondine war ungeduldig. 

Also fuhren sie und ihr Mann kurzerhand in den Norden der Messestadt, um sich das verschlossene Objekt anzusehen. "Ich bin da eingebrochen und habe mich in einen sehr schönen Raum verliebt, der ist jetzt unser Schlafzimmer. Ich wusste, das muss ich haben."

Ihr Papa Alfons allerdings war wenig begeistern. Er habe ihr geraten, den Bahnhof schnellstens wieder zu verkaufen, "damit ich wieder glücklich werde". Melanie Müller hörte nicht drauf, hielt an ihrem Wunsch fest. 

Die Dschungelkönigin von 2014 hofft jetzt, dass in der nahen Zukunft alles wieder langsam seinen geregelten Gang geht. "Die Leute wollen feiern und ich wünsche mir, dass die Normalität wieder zu uns kommt. Dass ältere, vorerkrankte Menschen geschützt werden müssen, sehe ich ein. Aber wir reiten gerade viele Leute in den absoluten Ruin."

Titelfoto: NDR/Uwe Ernst

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