München/Regensburg - Der Streit zwischen Peter Maffay (76) und Gloria von Thurn und Taxis geht weiter: Nun hat der Musiker erstmals auf das Spott-Video der Fürstin reagiert.
"Natürlich habe ich mitbekommen, auf welche Art und Weise sie darauf reagiert hat. Damit disqualifiziert sie sich selbst", sagte Maffay im Interview mit "t-online". "Ich hatte das Gefühl, dass da Alkohol im Spiel war. Das ist einfach unnötig und hat mit einer klaren Auseinandersetzung mit der Situation absolut nichts zu tun."
Maffay hatte Mitte Juli bei einem Auftritt bei den Regensburger Schlossfestspielen eine Rede für Toleranz und Demokratie gehalten – und damit Fürstin Gloria, die Schirmherrin der Veranstaltung ist, indirekt für ihre politischen Positionen kritisiert.
Die 66-Jährige hatte in der Vergangenheit AfD-Parteivorsitzende Alice Weidel (47) zu den Festspielen eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung war bereits zuvor gegen Gloria von Thurn und Taxis wegen angeblicher Verbindungen in die rechtsextreme Szene protestiert worden.
"Wir respektieren die demokratischen Spielregeln. Wir respektieren unser Grundgesetz, vor allem den Artikel 1, in dem es heißt: Die Würde des Menschen ist unantastbar", hatte Maffay betont.
"Radikale, rassistische, menschenverachtende Positionen lehnen wir ab. Egal, woher sie kommen, von rechts, von links oder aus der Mitte. Die einzige radikale Position, die wir akzeptieren, ist der Versuch, auf gleicher Augenhöhe und mit Respekt friedlich und ohne Hass miteinander umzugehen."
Peter Maffay: "Das tun wir jedes Mal, wenn wir irgendwo auf die Bühne gehen"
Die Fürstin reagiert etwa drei Wochen später mit einem Video, das auf dem Instagram-Account ihres Bruders Carl Graf von Schönburg-Glauchau veröffentlicht wurde. Von Thurn und Taxis äffte darin Teil von Maffays Rede nach und machte dessen charakteristisches rollendes "R" nach.
Gloria von Thurn und Taxis und ihr Umfeld brachen dabei immer wieder in lautstarkes Gelächter aus. In den sozialen Medien verbreitete sich das Video wie ein Lauffeuer.
"Das Konzert in Regensburg war eine öffentliche Veranstaltung. Frau von Thurn und Taxis hat den Ort an einen Veranstalter abgegeben, der dort Konzerte organisiert", stellte Maffay nun klar.
"Auf der Bühne habe ich gleich zu Beginn gesagt, dass wir nicht für sie spielen, sondern für unser Publikum – und wir uns von den Belastungen distanzieren, die auf diesem Ort ruhen."
Und weiter: "Damit haben wir uns positioniert. Und das tun wir nicht nur in Regensburg, sondern jedes Mal, wenn wir irgendwo auf die Bühne gehen."