"Prinzen"-Frontmann Krumbiegel überrascht: "Weit davon entfernt, jeden, der AfD wählt, zu beschimpfen"

München/Leipzig - Der Frontman der Gruppe "Die Prinzen" Sebastian Krumbiegel (60) wirbt für mehr Verständnis zwischen den politischen Lagern.

Sebastian Krumbiegel (60) wirbt für gegenseitiges Verständnis der politischen Lager.  © Martin Schutt/dpa

Der für soziales Engagement bekannte Leipziger Sänger blickt mit Sorge auf den "Rückfall in nationalstaatliche Gedanken", wie er im Interview mit dem deutschen Playboy erklärt.

"Grundsätzlich finde ich diese Zeiten ziemlich beängstigend, und das nicht nur im Osten. Schau dir Gegenden in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg oder Hessen an, das schwappt gerade durch das ganze Land", so der 60-Jährige.

Doch statt den Rechtsruck zu schlicht verteufeln, sieht Krumbiegel die Lösung in gegenseitigem Verständnis: "Man sollte hinterfragen, warum die Leute so dermaßen am Rad drehen", findet der Musiker und wirbt für neue Angebote.

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"Ich verstehe Leute auf dem Land, die sagen: Bei uns fährt kein Bus, es gibt keine Kneipe, keinen Club mehr, wir fühlen uns abgehängt", versetzt sich der Künstler in die Menschen hinein. Das sei zwar kein Grund rechtsaußen zu wählen, aber immerhin ein Ansatz für deren Lebensumstände.

"Ich bin weit davon entfernt, jeden, der AfD wählt, zu beschimpfen", betont Krumbiegel. Trotzdem gibt es klare Grenzen: "Wer rassistischen oder antisemitischen Unsinn erzählt, dem muss man sagen: bis hierhin und nicht weiter".

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Sebastian Krumbiegel sieht Schere in der Gesellschaft: Merz fehlt der Bezug zur Basis

Musik als Brücke? Sänger Sebastian Krumbiegel (60) setzt auf Texte die bewegen, aber nicht belehren.  © Bernd Wüstneck/dpa

Sein eigener Weg der Annäherung: "Musik ist eine echte Zauberwaffe, mit der du Menschen emotional erreichst, ohne sie zu belehren, aber man sollte trotzdem seine Meinung sagen".

"Das habe ich immer gemacht, und das werde ich auch weiter tun", lässt sich der Sänger nicht den Mund verbieten. Eine Haltung, von der sich die aktuelle Politik wohl eine Scheibe abschneiden könnte.

"Ich bin sicher niemand, der pauschal auf 'die da oben' schimpft", so Krumbiegel. "Aber ich merke, dass viele ihren Job gerade nicht richtig machen, und frage mich manchmal, was die für Berater haben."

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Soziale Ungerechtigkeit sei Sprengstoff in einer Gesellschaft, findet der Sänger. "Die Menschen können jeden Euro nur einmal ausgeben – wenn ich manchmal höre, wie Merz redet, denke ich, dass da der Bezug zur Basis fehlt", kritisiert er den Bundeskanzler.

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