Von Johanna Ahlsleben
Berlin - Ein täuschend echtes KI-Video, in dem er scheinbar für ein Produkt wirbt, sorgt bei Riccardo Simonetti (33) für Entsetzen.
"Ich sitze in meinem Wohnzimmer und habe so ein Produkt beworben und das war einfach eins zu eins AI-Fake", sagt der Moderator und Autor im dpa-Interview. "Es sah wirklich so aus, dass ganz viele Menschen das geglaubt haben."
Der 33-Jährige beklagt die Veränderung der sozialen Medien. Konnten Nutzer etwa die Plattform "Myspace" noch individualisieren, sei es mittlerweile so, dass alle dieselben Trends mitmachten.
"Deine Videos werden nur noch ausgespielt, wenn du dieselbe Musik benutzt, dieselben Reels machst wie jeder andere", sagt der Moderator.
Zudem erklärt er: "Algorithmen sehen dich nur, wenn du das machst, was alle machen. Jeder versucht nur noch 'ne Kopie von jemand anderem zu sein."
Palina Rojinski fordert Regeln
"Ich finde auch, dass Algorithmen einfach auch sehr gefährlich sind", sagt Palina Rojinski (41). Sie könnten dazu beitragen, dass sich Sichtweisen verengen.
Wer ein- oder zweimal Videos zu einem bestimmten Thema anschaue, bekomme anschließend nur noch Inhalte präsentiert, die dieselbe Perspektive widerspiegelten.
Sie glaubt, es sei leicht, in Fallen zu geraten und "wirklich nicht gut recherchierte Videos als bare Münze zu nehmen". Ihrer Ansicht nach bräuchte es Regulierungen.
Simonetti und Rojinski bringen bald einen neuen Videopodcast heraus. Die erste Folge des Spotify-Formats "Saus & Applaus" erscheint am Freitag (17. Juli).