Shitstorm nach "CCC"-Vorwurf: Hat Smudo sich mit der Luca-App an der Pandemie bereichert?

Hamburg - Am Wochenende kassierte Rapper Smudo (53, "Die Fantastischen Vier"), bürgerlich Michael Bernd Schmidt, einen regelrechten Twitter-Shitstorm.

Rapper Smudo spricht bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der App "Luca".
Rapper Smudo spricht bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der App "Luca".  © Axel Heimken/dpa

Grund für die geballte harsche Kritik an dem Hamburger war unter anderem ein Tweet des Rappers, in dem er versuchte, sich gegen den Vorwurf zu wehren, die Corona-Pandemie ausgenutzt zu haben, um sich so an der Allgemeinheit zu bereichern.

Als Reaktion auf die Kritiker schrieb er am Sonntag: "Corona-Ausnutzen ist in der Tat peinlich. Wissen Sie eigentlich wie viel Corona-Hilfen an den CCC geflossen sind?"

Statt seinen Verdienst an der Vermarktung der Luca App offenzulegen, geschweige denn, sich zu erklären, entschloss sich Smudo dazu, einfach einen unbeteiligten Dritten miteinzubeziehen und ihm seinerseits vorzuwerfen, immense Corona-Hilfen erhalten und sich somit an der Pandemie bereichert zu haben. Ein "geschicktes" Ablenkungsmanöver.

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Getroffen hat es den "CCC", den Chaos Computer Club. Warum gerade die geschätzte Hacker-Community? Vielleicht, weil sie, wie viele andere Entwickler auch, die Luca-App in der Vergangenheit kritisiert haben.

So hieß es in einer Pressemitteilung des Clubs über "Luca": "Zweifelhaftes Geschäftsmodell, mangelhafte Software, Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe: Der Chaos Computer Club (CCC) fordert das sofortige Ende der staatlichen Alimentierung von Smudos Steuer-Millionengrab 'Luca-App'".

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13 Bundesländer investierten 21 Millionen Euro in die Luca-App

Insgesamt haben 13 Bundesländer 21 Millionen Euro in die Luca-App investiert, berichtete das ARD-Wirtschafts-Magazin "plusminus". Wer verdiente an der enormen Summe mit? Natürlich ihr "Maskottchen" Smudo. Laut "CCC" ist er mit 22 Prozent am Unternehmen beteiligt.

Wie nicht anders zu erwarten, ging der Vorwurf an den "Chaos Computer Club", Corona-Hilfen kassiert zu haben, noch am Sonntag nach hinten los. "21 Millionen für eine kaputte App kassieren und dann sowas verbreiten. Völlig weggetreten, der Typ. (Die Antwort auf seine Frage ist übrigens 'keine', falls es da Zweifel gibt)", reagierte der Club auf Twitter.

Allerdings: "Wegen der klaren Abgrenzung: die CCCV GmbH (macht die Veranstaltungen) hat Corona-Unterstützung bekommen. Der CCC e.V. (macht die ehrenamtliche Arbeit, z.B Schimpfen über kaputte Apps) aber nicht."

Nach eigenen Angaben finanziert sich der Club größtenteils durch Mitgliederbeiträge.

Ob sich Smudo an der Pandemie bereichert hat, sei einmal dahin gestellt. Geld daran verdient, hat er allemal.

Titelfoto: Screensshot/Twitter/lesmoureal, Axel Heimken/dpa

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